Erstellt am 08. Februar 2012, 00:00

34 Mitarbeiter bangen um Jobs. PROBLEME / Güssinger Mineralwasser, seit 2004 in Besitz des Unternehmens Abdel Hadi A. Al-Qahtani & Sons Group of Companies, kurz AHQ, steckt in Schwierigkeiten.

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VON SARAH BAUMGARTNER

SULZ / Sinkende Nachfrage und steigende Bilanzverluste sind die Gründe für die wirtschaftlichen Probleme. Der Verlust soll im Jahr 2010 um zwei Millionen Euro auf rund 7,8 Millionen Euro (2009: 5,8 Millionen Euro) gestiegen sein. Die Schulden betragen rund 6,7 Millionen Euro.

Laut Geschäftsführer Ejaz Ahmad – derzeit hält er sich in London auf – ist keine Besserung in Sicht. Von Informanten war zu erfahren, dass das Unternehmen in Sulz verkauft werden soll. Russen waren vor Ort, um sich die Firma genauer anzusehen. „Sie haben es nicht gekauft“, war zu erfahren. „Es steht nach wie vor zum Verkauf.“ Laut einem anonymen Brief, der die BVZ erreichte, ist das Unternehmen bereits seit sechs Monaten in Zahlungsschwierigkeiten. „Sollte ein Verkauf bis Ende März nicht gelingen, soll das Unternehmen für immer zugesperrt werden“, schreibt der Verfasser.

Die Produktion läuft  aber bislang ganz normal

Die Mitarbeiter haben keine Informationen erhalten. „Investiert wird bereits seit längerer Zeit nichts mehr. Alles was wir wissen, haben wir aus den Medien erfahren“, spürt man seitens der Belegschaft große Unsicherheit. Drei der 37 Mitarbeiter wurden bereits gekündigt. „Zwei Arbeitnehmer wurden entlassen. Eine Kündigung wird noch geprüft, da sie nicht rechtmäßig ist“, war von der Arbeiterkammer zu erfahren. „Weitere Anfragen von Mitarbeitern haben wir nicht erhalten.“ Ein Problem sehen die Verantwortlichen der AK darin, dass es keinen Betriebsrat gibt und das Personal somit keinen Ansprechpartner haben.

Auch beim zuständigen Arbeitsmarktservice (AMS) Stegersbach wurden keine Kündigungen gemeldet. AMS-Leiter Manfred Herist hat keine Infos erhalten: „Erst wenn fünf Prozent der Belegschaft gekündigt werden, muss das Unternehmen das bei uns melden, andernfalls könnten die Kündigungen unwirksam sein.“ Das gilt bei einem Unternehmen, das mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigt. Dass es dem Unternehmen finanziell nicht gut geht, spüren nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Gemeinde Gerersdorf-Sulz. Es gibt Rückstände. Bürgermeister Wilhelm Pammer weiß mehr: „Das Unternehmen hat einen Teil der offenen Kommunalsteuer und Kanalbenützungsgebühr zwischen Weihnachten und Neujahr beglichen, deshalb haben wir von einer Klage abgesehen.“ Ein Teil ist nach wie vor offen. Pammer hat Bedenken, stellt aber klar: „Es gibt keine wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem Unternehmen und der Gemeinde. Ich kenne den Geschäftsführer nicht, ich weiß nicht einmal, wie er aussieht, und habe noch nie mit ihm gesprochen. Er ist nur selten da.“