Erstellt am 20. Juni 2012, 00:00

50 Millionen auf dem Prüfstand. EVALUIERUNG / Die geförderten Stellen der Stadt Güssing werden derzeit von der WiBAG sehr genau geprüft. Es geht um die Verwendung der Steuergelder.

VON SARAH BAUMGARTNER

GÜSSING / Nach Güssing sind in den vergangenen Jahren rund 50 Millionen Euro an Förderungen geflossen, sei es aus Töpfen der EU, dem Bund, Land oder anderen. Nun will man wissen, was diese Investitionen gebracht haben. Laut dem Geschäftsführer des Zentrums für Erneuerbare Energie, Reinhard Koch, führt die WiBAG – Wirtschaftsservice Burgenland – derzeit eine Evaluierung der geflossenen Gelder durch.

Koch weiß über die Überprüfung bescheid: „Es ist de facto so, dass über 50 Millionen Euro nach Güssing geflossen sind. Und zwar in viele unterschiedliche Bereiche.“ Laut Koch haben den Großteil davon die Wirtschaftsbetriebe erhalten. Aber auch Institutionen im Bereich Kultur, Erneuerbaren Energie und anderen wurde unter die Arme gegriffen und mit hohen Summen geholfen.

Evaluierung sollen  Ergebnisse darstellen

Nun will man ein Ergebnis davon schwarz auf weiß haben. Koch sieht der „Kontrolle“ gelassen entgegen: „Es soll jetzt geschaut werden, was daraus entstanden ist. Die Vor- und Nachteile werden eruiert und beurteilt.“ Auch er hat Interesse an den Ergebnissen: „Wir wollen ja auch wissen, was alles gebracht hat. Eine Evaluierung ist immer gut, auch weil wir glauben, dass die Förderungen zu einem großen Aufschwung geführt haben.“ Auch wenn sicher nicht alles positiv verlaufen sei , wie beispielsweise die Pleite des Photovoltaikunternehmens Blue Chip Energy. „Damit muss man auch leben“, so Koch. Generell glaubt der Geschäftsführer, dass das Ergebnis positiv für die Stadt ausfallen wird. Die Überprüfungen laufen seit rund drei Wochen. Die Unterlagen für die Erhebungen werden teilweise von den geförderten Stellen selbst zur Verfügung gestellt. „Wir arbeiten als Zentrum für Erneuerbare Energie bei der Evaluierung mit“, bestätigt Reinhard Koch.

Um so überraschender ist es, dass Stadtchef Peter Vadasz von der ÖVP nichts von einer Überprüfung weiß: „Ich weiß nicht, was geprüft werden sollte. Mir ist nichts darüber bekannt.“ Er gibt sich aber kooperativ: „Wenn jemand kommt, um zu prüfen, dann muss er halt sagen, was er prüfen will.“ Zu befürchten hat die Stadt laut Vadasz nichts: „Wir, also die Stadt, sind immer seitens des Bundes, der WiBAG und der EU geprüft worden.“ So wie Vadasz weiß auch die SPÖ nichts über eine Evaluierung der Fördergelder.