Erstellt am 31. Oktober 2014, 11:46

von APA/Red

Mit Motorsäge Polizist attackiert: Sechs Monate bedingt. Ein 60-jähriger Burgenländer ist am Freitag in Eisenstadt zu sechs Monaten bedingter Haft rechtskräftig verurteilt worden, weil er Ende September mit einer laufenden Motorsäge auf einen Polizisten losgegangen war.

Symbolbild  |  NOEN, Landespolizeidirektion Burgenland

Außerdem hat er den Bürgermeister mit mindestens einem Stoß gegen den Brustkorb verletzt. Der Mann war seit der Festnahme Ende September in U-Haft. Er wurde nun entlassen.

Am 30. September war der Mann mit Holzschneidearbeiten in einem Dorf im Bezirk Güssing beschäftigt und blockierte damit zunächst den Gehsteig. Zwei Mal ermahnten ihn die Beamten, er solle die zwischenzeitlich bis zum Mittelstreifen blockierte Straße freimachen. Beim dritten Mal eskalierte die Situation schließlich. "Ein Polizist hat zum Fotografieren angefangen. Da hab ich mich geärgert und gesagt, von mir gibt's genug Fotos und jetzt schleich dich."

Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung

Anschließend soll er mit der laufenden Motorsäge in Richtung eines Beamten gegangen sein. Der Abstand hätte zwei bis drei Meter betragen, gaben beide vor Gericht an. Beim Hochheben der Säge soll der Mann laut Polizisten zusätzlich mehrmals den Gashebel betätigt haben. Verletzt wurde damals niemand, der 60-Jährige wurde anschließend festgenommen und U-Haft über ihn verhängt. Grund dafür war laut Staatsanwalt Christian Petö, weil der Beschuldigte zuvor gegenüber dem Bürgermeister handgreiflich wurde. Deshalb musste er sich wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung verantworten.

"Es tut mir alles sehr leid", sagte der Angeklagte, der in der Vergangenheit aufgrund seines Verhaltens und dem Zustand rund um sein Anwesen mit einer Flut von Anzeigen konfrontiert gewesen ist. Er war voll inhaltlich geständig.

"Sie dürfen so etwas nicht mehr machen", ermahnte Einzelrichterin Birgit Falb den 60-Jährigen. "Das ist keine Kleinigkeit. Das geht überhaupt nicht, dass Sie die Autorität von Polizisten nicht ernst nehmen. Man kann im Ort nicht machen, was man will." Der Angeklagte nahm das Urteil an, auch der Staatsanwalt verzichtete auf Rechtsmittel.