Erstellt am 24. Juli 2013, 00:00

Ärger um Forstwege. Große Schäden / Bürgermeister wettert gegen Schlägerungsfirmen und fordert die Wiederinstandsetzung der zerstörten Wege.

Ärger ist groß. Ortschef Grandits ist über Schlägerungsfirmen erzürnt.  |  NOEN
Von Carina Ganster

STINATZ / Gummistiefel im Auto zu haben ist derzeit kein Nachteil, wenn man in den Wäldern rund um Stinatz spazieren gehen möchte. Schlammlöcher, soweit das Auge reicht, tiefe Furchen im Boden und abgeholzte Wälder, wohin man sieht.

Nun gut, abgeholzte Wälder sind das kleinste Problem in der Causa „Forstwege“. Viel mehr geht es um die Schäden an den Forstwegen, die bei den Baumschlägerungen verursacht wurden. Bürgermeister Andreas Grandits kocht vor Wut: „Keine Frage, die Waldbesitzer müssen ihre Wälder im Frühjahr schlägern lassen, aber dabei Forstwege zu zerstören und sie nicht wieder freiwillig intakt zu setzten, das geht gar nicht“, ärgert sich der Ortschef, der vor allem die beauftragten Firmen in die Pflicht angel nimmt. Der Grund klingt plausibel: Auf den Forstwegen der Gemeinde gibt es je nach angepasster Witterung eine Beschränkung von neun Tonnen.

„Wenn also 20 Tonnen schwere Fahrzeugebei Matsch und Schnee darauf herumkurven, ist es kein Wunder, dass die Wege so aussehen“, ist der Ortschef erzürnt. Die Gemeinde hat in den vergangenen drei Jahren rund 80.000 Euro in die Instandhaltung investiert und „jetzt haben wir Schäden, die fast ein Drittel der investierten Summe ausmachen“, meint Grandits.

Nicht ganz so dramatisch beurteilen die „angeklagten“ Firmen die Schäden und wollen auch nicht auf dem Vorwurf des Ortschefs „nichts zu machen“ sitzen bleiben. „Die Schäden, die von uns verursacht wurden, sind zum Teil schon gemacht worden. Wir werden die Wege in den ursprünglichen Zustand versetzen“, sagt Maximilian Huß von der Forstverwaltung.

Jürgen Hofer, von der Firma Wechselgau Hartberg, bekennt sich quasi „nicht schuldig“: „Die Witterung hat uns aus dem geregelten Ablauf gebracht. Der Ortschef hat uns aber die Genehmigung zum Benutzten der Wege erteilt. Wir werden die Schäden beseitigen, auch wenn wir dafür nicht die Kosten übernehmen müssten, tun wir es trotzdem.“

Ganz anders sieht Manfred Kertelics vom Waldverband die Sachlage: „Was die in Stinatz Forstwege nennen, ist lächerlich. Die Wege waren vorher schon zerstört. Die Gemeinde hat keine Ahnung von Forstwirtschaft.“