Erstellt am 14. März 2012, 00:00

Amtsübergabe mit Beigeschmack. MITGLIEDERVERSAMMLUNG / Nach dem unfreiwilligen Abgang als Nummer eins der Stadt-SPÖ rechnet Stadtrat Manfred Gilly ab. Karin Hirczy-Hirtenfelder folgt ihm nach.

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VON CARINA GANSTER

JENNERSDORF / Viel los war nicht bei der Mitgliederversammlung der SPÖ am vergangenen Donnerstag. Von den rund 50 Delegierten fanden lediglich 15 Stimmberechtigte den Weg in den Burgenlandhof, obwohl es eine neue Vorsitzende für die Stadtpartei zu wählen galt und gleichzeitig die Spitzenkandidatin für die Gemeinderatswahlen im Oktober gekürt wurde. Das gelang auch ohne viel Parteimitgliedern, denn es stellte sich ohnehin nur eine Dame der Wahl – Karin Hirczy-Hirtenfelder. Die schon seit Monaten als Nachfolgerin von Manfred Gilly gehandelte Hirczy-Hirtenfelder wurde mit nur 66,6 Prozent der Stimmen zur neuen Stadtparteivorsitzenden gewählt. Sie löst damit Harald Zieger ab, der seine Funktion aus privaten Gründen zur Verfügung stellte, die BVZ berichtete. Die 37-jährige Kriminalbeamtin zeigt sich in Belangen auf den Wahlkampf kämpferisch und gibt als Ziel vor „die absolute Mehrheit der ÖVP brechen zu wollen.“ Im Wahlkampf will sie hauptsächlich auf die Themen „Belebung der Hauptstraße“, „Geruchsbelästigung durch die Firma Boxmark“ und „Einbindung der Bevölkerung ins Gemeindegeschehen“ setzen.

Gilly: „Es war ein Abschied  mit Ehre und Stolz“

Überschattet wurde die Neuwahl von Hirczy-Hirtenfelder vom Abgang des SP-Fraktionssprechers und Stadtrates Manfred Gilly, der unfreiwillig das Feld räumen musste. „Ein wenig Wehmut ist schon dabei, aber wenigstens kann ich sagen, dass es ein Abschied mit Ehre und Stolz war“, meinte SPÖ-Stadtrat Manfred Gilly im Gespräch mit der BVZ. Bereits im Juni des vergangenen Jahres begann Gilly mit den Planungen für die Gemeinderatswahl 2012, doch es sollte anderes kommen. „Bezirksvorsitzender Ewald Schnecker hätte mich als Spitzenkandidat nicht unterstützt. Er wollte ein junges und dynamisches Team“, erzählt Gilly, der 15 Jahre für die SPÖ im Gemeinderat war. Krönender Abschluss der Veranstaltung sollte eine Ehrung seitens des Bezirksvorsitzenden Ewald Schnecker für die langjährigen Verdienste für Manfred Gilly und Harald Zieger sein. Beide Mandatare haben die Ehrung jedoch nicht angenommen.„Wir konnten die Medaille nicht annehmen, jeder Mensch hat eine Ehre“, so der Kommentar von Gilly und Zieger.

Möglicherweise war es für Gilly, der bis zur Wahl im Gemeinderat bleibt, doch kein Abschied von der Kommunalpolitik. Gerüchte um ein mögliches Antreten von Gilly mit einer Namensliste verdichten sich. „Bis zur Wahl ist noch viel Zeit, da kann ich nichts ausschließen. Wenn wir kandidieren wollen, haben wir bis zum Sommer Zeit“, schmunzelt Gilly.

Landeshauptmann Hans Niessl, Klubobmann Christian Illedits, Labg. Ewald Schnecker und Landesgeschäftsführer Robert Hergovich gratulierten.ZVG