Erstellt am 12. September 2012, 00:00

Anzeige: Sampt abgeblitzt. Sachwalterschaft / Jahrelange Nachbarschaftsstreitigkeiten veranlassten den Neuhauser Ortschef zur Einleitung eines Verfahrens. Das Gericht entschied aber zugunsten des Beklagten.

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Von Carina Ganster

NEUHAUS AM KLAUSENBACH / Der Neuhauser Ortschef Helmut Sampt und sein Nachbar Josef Meitz machen sich sprichwörtlich gesagt das Leben zur Hölle. Zwar will keiner der beiden mit dem Streiten begonnen haben, aber nachgeben will eben auch keiner.

Zu Beginn des Sommers wollte der Ortschef den Streitigkeiten ein Ende bereiten, weil „der Klügere gibt nach“, wie er sagt. Der Schuss – wie auch das Sprichwort – gingen aber nach hinten los: Bürgermeister Helmut Sampt strengte nämlich im Juni die Einleitung eines Sachwalterschaftsverfahren gegen seinen Nachbarn Josef Meitz bei Gericht in Jennersdorf an. Das Bezirksgericht entschied jedoch zugunsten des Beklagten, weil Sampt keine Beweise vorbringen konnte. „Seit zehn Jahren gibt Herr Meitz keine Ruhe. Er tyrannisiert die gesamte Ortschaft und auch meine Familie wegen Nichtigkeiten. Ich stehe seit vielen Monaten wegen dieser Probleme mit der Volksanwaltschaft in Kontakt und habe wegen irgendwelcher von ihm eingebrachter Anzeigen zahlreiche Stellungnahmen abgeben müssen. Jetzt hat es einfach gereicht. Meine Familie und ich müssen uns nicht länger von ihm bedrohen lassen“, erzählt Sampt ganz ruhig im Gespräch mit der BVZ.

Sampt hat Verfahren als Ortschef eingebracht 

Erhofft hat sich der Ortschef mit dem von seinem Anwalt eingebrachten Verfahren nur Ruhe. „Ich habe wirklich Angst um meine Familie“, betont Sampt abermals. Eingebracht hat er die Einleitung eines Sachwalterschaftsverfahren als Bürgermeister, für die Kosten ist Sampt allerdings privat aufgekommen. „Für die Gemeinde fallen keinerlei Kosten, das habe ich aus meiner Tasche bezahlt“, will der Bürgermeister festgehalten haben. Abschließend betont Sampt noch, falls sich Meitz jemals etwas strafrechtlich zuschulden kommen lassen sollte, wird er das Gericht in Jennersdorf dafür verantwortlich machen. „Ich traue Herrn Meitz alles zu, hoffe aber, dass nichts passiert. Wenn doch, dann ist der Richter, der das Urteil gesprochen hat, dafür zur Verantwortung zu ziehen“, so Sampt. Er habe jedenfalls mit seinem Antrag die Notbremse gezogen.

Richter Bernhard Kolonovits vom Landesgericht in Eisenstadt meint dazu: „Ein Sachwalterschaftsverfahren ist zum Schutz des Beklagten und nicht zum Schutz des Klägers. Das Gericht beziehungsweise der Richter kann dafür nicht belangt werden“. Der wutentbrannte Nachbar, für den seine Mündigkeit außer Frage steht, will lediglich sein Recht beweisen. „Der Herr Bürgermeister ist es, der mich seit vielen Jahren nicht in Ruhe lässt“, behauptet der Biobauer. „Meine Familie und ich waren rege im Vereinsleben engagiert und haben überall geholfen, vor allem beim Verschönerungsverein. Da hat man uns auf einmal des Betrugs beschuldigt. Ein anderes Beispiel war, als uns der Bürgermeister die Polizei ins Haus schickte, weil ich ihn angeblich mit einer Harke bedroht haben soll – so ein Blödsinn“, meint Meitz. „Ich kann alles beweisen, egal ob mit Tonbandaufnahmen oder mit Bildern“, pocht der Beklagte auf sein Recht. Dass heimlich aufgenommene Tonbandaufnahmen als Beweismittel vor Gericht unzulässig sind, sei dahingestellt. „Aber ich habe für mich selbst einen Beweis, dass ich unschuldig bin“, so Meitz.