Erstellt am 20. April 2011, 00:00

Apfelplantage: Geschenkt war auch noch zu teuer. NOTBREMSE / Helmut Weber, größter Obstbauer im Bezirk Jennersdorf wollte seinen Betrieb verschenken, nun wird er gerodet.

Helmut Weber (im Bild mit seinem Sohn) muss aufgrund der wirtschaftlichen Gründe seine Apfelplantagen in Minihof Liebau roden. Nun ist er auf Jobsuche. D. FENZ  |  NOEN
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VON CARINA GANSTER

MINIHOF LIEBAU / Er hat keinen Ausweg gesehen und es war seine einzige Chance, sich wieder auf finanziell geordnete Bahnen zu begeben. Kein leichter Weg, den Helmut Weber, der größte Obstbauer im Bezirk Jennersdorf gerade geht. Aufgrund der fehlenden Wirtschaftlichkeit rodet der Obstbauer seine Plantagen in Minihof Liebau. Wie die BVZ bereits berichtete, wollte Weber im vergangenen Jahr seine Plantagen sogar verschenken. „Sieben Interessenten haben sich gemeldet, aber die hatten sich mit der Materie nicht befasst und wären von Aufwand wie Umfang überfordert gewesen“, erzählt der Obstbauer. Nun hat die Rodung der Plantagen bereits begonnen. Im ersten Schritt werden zehn Hektar mit rund 20.000 Apfelbäumen gefällt. „Zwischen 20 und 30 Cent pendelt sich der Preis ein. 40 bis 50 Cent wären notwendig, um den Betrieb wirtschaftlich zu führen“, sagt Weber. Ein unmöglicher Betrag, denn die großen Handelsketten, die Weber beliefert, würden das nicht bezahlen. „Der Umsatz steigt, aber die Gewinnspanne ist gleich geblieben und das bei ansteigenden Kosten für Betriebsmittel“, so der Landwirt. Der Betrieb wurde seit 1992 von anfänglichen fünf auf 26 Hektar kontinuierlich ausgebaut. Seit rund zwei Jahren kippt das System. Die 14.000 Arbeitsstunden am Betrieb müssen zu einem großen Teil durch Erntehelfer geleistet werden. „Kosten, die vor zehn Jahren keine Rolle spielten, sich aber jetzt nicht mehr verdienen lassen. Dazu kommen Lohnnebenkosten und Sonderzahlungen“, meint Weber. Der Ausstieg ist die logische Konsequenz.

Plantagen werden in  Ackerland umgewidmet

Die Flächen werden wieder zu Ackerland und Weber will sich wieder eine Arbeit in der Wirtschaft suchen. Bis Ende 2012 sollen alle Bäume gerodet werden, ein kleiner Bestand, jedoch nur zum Eigenertrag, soll bestehen bleiben.