Erstellt am 16. März 2016, 05:04

von Michael Pekovics

Appell der Polizei: Keine Angst vor 133. „Einfach anrufen“: 19 Dämmerungseinbrüche in rund sechs Wochen halten die Polizei auf Trab. Zuletzt wurden die Diebe sogar beobachtet.

Scheu vor Notruf? Wer »133« wählt, um Verdächtiges zu melden, hat nichts zu befürchten. Foto: bilderbox  |  NOEN, Erwin Wodicka
Pinkafeld, Wolfau, Markt Allhau – das sind nur drei Ortschaften, in denen in den vergangenen Wochen Dämmerungseinbrüche verübt wurden. Insgesamt 19 an der Zahl verzeichnet die Polizeiinspektion Oberwart seit Anfang Feber.

Nachbarn beobachteten Diebe – und taten nichts

In diesem Zusammenhang appelliert Oberwarts Bezirkspolizeikommandant Oskar Gallop an die Bevölkerung, verdächtige Wahrnehmungen sofort zu melden. „Wir hatten letztens einen Fall, wo Nachbarn die Diebe beim Einbruch beobachtet, aber nicht Alarm geschlagen haben, weil sie dachten, es sind die Kinder des Hauses“, wundert sich Gallop.

Der Polizeichef weiter: „Offensichtlich gibt es eine Scheu der Bevölkerung, bei der Polizei anzurufen. Viele glauben, dass sie dabei etwas falsch machen können oder dass sie zahlen müssen, wenn dann doch nichts ist.“ Im Gespräch mit der BVZ bekräftigt Gallop aber: „Das Schlimmste, das sein kann, ist, dass gar nichts ist.“

Anrufer beim Polizeinotruf hätten nichts zu befürchten, die Angabe einer Beobachtung allein reicht aus, um die Polizei zum Tatort eilen zu lassen.“

Ähnlich kurios ist ein weiterer Fall: Das Einbruchsopfer hatte in seinem Haus zwar eine Zeitschaltuhr angeschlossen, diese aber falsch programmiert, weshalb die Täter wussten, dass zum Tatzeitpunkt niemand zu Hause ist. „Bitte, halten Sie die Augen offen und melden Sie uns alle (!) verdächtigen Beobachtungen“, appelliert Gallop.


Polizei-Chef Gallop: „Schlimmste, was sein kann, ist, dass gar nichts ist“

Oskar Gallop, Bezirkspolizeikommandant Oberwart

BVZ: 19 Einbrüche in sechs Wochen, die meisten davon in Gemeinden entlang der Autobahn – warum ist das so? Wie können sich die Bürger schützen?
Oskar Gallop: Das hat natürlich mit den besseren Fluchtmöglichkeiten zu tun, die Einbrecher kommen viel schneller zum Tatort und wieder weg. Mit richtig eingestellten Zeitschaltuhren lassen sich sicher einige Einbrüche verhindern, eine funktionierende Nachbarschaft ist ebenfalls hilfreich.

BVZ: Bekommt die Polizei viele Hinweise aus der Bevölkerung?
Gallop: Leider nicht genug. Ich habe oft das Gefühl, es gibt eine gewisse Hemmschwelle, den Notruf „133“ zu wählen –  viele Bürger glauben, sie könnten etwas falsch machen. Aber ich bitte eindringlich: Wenn Sie etwas Verdächtiges sehen, rufen Sie uns bitte an. Das Schlimmste, was sein kann, ist, dass gar nichts ist.“