Erstellt am 13. Juni 2012, 00:00

Arbeitslosigkeit steigt bei uns weiter stark an. BILANZ /  Vor allem Jugendliche und Ältere sind stark betroffen. Bezirk Güssing verzeichnet größten Anstieg im Burgenland.

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VON CARINA GANSTER UND

SARAH BAUMGARTNER

BEZIRKE / Im April und Mai hatte der Bezirk Güssing den höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit aller Bezirke des Burgenlandes. Betroffen sind sowohl Frauen als auch Männer. Die am stärksten betroffenen Personengruppen sind die Jugendlichen unter 25 Jahren – vor allem Burschen – und Älteren ab 50 Jahren.

Nach Branchen aufgeteilt sind vor allem die Hilfsberufe allgemein, der Handel, der Verkehr, aber auch der Tourismus am stärksten betroffen. Besondere Gründe für die steigende Arbeitslosigkeit kann Manfred Herist, Leiter der AMS-Geschäftsstelle in Stegersbach, keine nennen, da sich das Problem quer durch fast alle Branchen zieht: „Im Bausektor sind Arbeiter im Frühjahr auf der Strecke geblieben, auch die Insolvenz von Blue Chip hat Spuren hinterlassen.“ Was die Branchen Handel und Tourismus betrifft, meint Herist: „Es sind uns keine Geschäftsschließungen oder Freisetzungen bekannt, nur übliche Fluktuationsbewegungen.“ Herist vermutet, dass noch Kräfte aus dem Wintertourismus beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt sind, da die Sommersaison noch nicht begonnen hat, aber andererseits ein gewisser Verdrängungseffekt durch die Ostöffnung stattgefunden haben könnte. Nun versucht das AMS Stegersbach durch den gezielten Einsatz von Fördermitteln wie die Eingliederungsbeihilfe, Förderungen im Rahmen des freien Bildungsmarktes und mehr, die Situation zu verbessern. Auch auf die Qualifizierung vor allem von Frauen und jungen Menschen soll in Zukunft verstärkt Augenmerk gelegt werden.

Braun: „Der aktuelle Trend  ist zufriedenstellend“

Anders als im Bezirk Güssing, ist Harald Braun, Leiter des AMS Jennersdorf, sehr zufrieden: „Die Zahlen sind wirklich zufriedenstellend. Zu Jahresbeginn gab es zwar ein größeres Plus an vorgemerkten Personen, dies hat aber mit dem späteren Beginn der Bausaison zu tun.“ Im Mai gab es nur sehr geringe Zuwächse im Bezirk. Während die Jugendarbeitslosigkeit zurückgegangen ist, hat die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen aber zugenommen. „Dieser Trend ist schon seit einigen Monaten zu beobachten“, so Braun. Während der Stegersbachs AMS-Chef als einen möglichen Faktor für die gestiegene Arbeitslosigkeit die Ostöffnung sieht, meint Braun: „Es gibt keine Verdrängung im Hilfsbereich. Im Bereich des Fremdenverkehrs ist es sogar zu einer Reduktion um acht Prozent gekommen. Das größte Problem im Bezirk ist der Handel, der einen Zuwachs an Arbeitslosen verzeichnet. Die Gründe erläutert Braun: „Es gibt weniger Kaufkraft, weil die Menschen sparen müssen.“

Junge Burschen sind von Arbeitslosigkeit stark betroffen.