Erstellt am 21. Dezember 2011, 00:00

Aufregung um Wein(eks)-Stöckl. WIRBEL / Kellerstöckl in der idyllischen Kellergasse von Heiligenbrunn dürfen nur für landwirtschaftliche Nutzung verwendet werden. Martin Weinek vermietet seines aber. HEILIGENBRUNN / Im Kellerviertel gibt es Unstimmigkeiten zwischen den Kellerbesitzern.

Grund: die Nutzung des denkmalgeschützten Kellerstöckls von Martin Weinek. Er vermietet seinen Keller und vermarktet sein Angebot auch im Internet unter www.weinek-wein.at.

„Die Keller dürfen nur für landwirtschaftliche Nutzung verwendet werden. Als Einziger vermietet er seinen denkmalgeschützten Weinkeller und alle Behörden schauen zu. Er kann sich alles erlauben und wir andere Weinkellerbesitzer müssen alle Auflagen einhalten, können diese Objekte nicht verkaufen, weil ja kein Wohnen möglich ist. Das sehe ich noch ein, doch wieso darf Herr Weinek alles vor Augen der Behörden tun und keiner greift ein?“, so ein Kellerbesitzer empört.

Die Auflagen bestätigt auch Bürgermeister Gerhard Schrantz: „Die Keller dürfen nicht bewohnt werden.“ Das Problem wurde auch bereits im Kuratorium, in dem die Bezirkshauptmannschaft, die Gemeinde und andere Institutionen involviert sind, behandelt. Ortschef Schrantz verweist auf die zuständige Behörde, die BH Güssing. „Wir können nichts dagegen machen. Die Behörde muss handeln.“ Bezirkshauptmann Johann Grandits ist über den Fall nicht informiert. Auch Manfred Semler von der Bezirkshauptmannschaft Güssing, dem vorgeworfen wird, nicht zu handeln, weil er Weinek persönlich gut kennt, weiß nichts den Fall: „Das ist Blödsinn, ich bin darüber gar nicht informiert.“ Landesrätin Verena Dunst kennt den Fall ebenso wenig, gibt aber eine klare Aussage ab: „Es gibt Richtlinien und an diese haben sich alle zu halten.“

Martin Weinek gab nach einer schriftlichen Anfrage der BVZ keine Stellungnahme ab.

Seitens des Tourismus war zu diesem Fall zu erfahren: „Es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite sollte man Denkmal- und Naturschutz beachten, auf der anderen Seite ist es sicher von (wirtschaftlichem) Vorteil, wenn diese Kellerstöckl touristisch genutzt werden. Sie sollten ja nicht zu leblosen Museumsstücken mutieren.“ Der Vorschlag der Tourismusverantwortlichen: „Ein runder Tisch, an dem sich alle Beteiligten zusammensetzen und ihre Standpunkte vorbringen können, wäre sicher ein guter Anfang.“