Erstellt am 01. August 2012, 00:00

Aus Drohung wird Ernst. AKTIVPARK / Weil die Gemeinde die Genehmigung zur Umwidmung noch nicht erteilte, machen Betreiber ernst: 37 Beschäftigte beim AMS zur Kündigung angemeldet.

VON CARINA GANSTER

GÜSSING / Wie die BVZ bereits berichtete, drohen die Betreiber des Aktivparks mit dem Zusperren, weil die Raumplanungsbehörde die Umwidmung von 150 Hausplätzen ablehnte und sich das „Monsterprojekt Aktivparkausbau und Golfplatz“ für die Betreiber dadurch weiter verzögerte. Zudem wurde die Genehmigung zur Umwidmung noch nicht im Gemeinderat behandelt, weil der neue Vorschlag der Betreiber vom Rechtsanwalt der Stadt, Werner Dax, und dem Vorstand der Raumplanungsbehörde, Peter Zinggl, erst geprüft werden sollte. Jetzt, nur drei Wochen später, machen die Betreiber rund um Alexander Fuchs-Robertin Ernst und haben die 37 Beschäftigten beim AMS zur Kündigung angemeldet. Eine Betriebsversammlung fand am Donnerstag der Vorwoche statt. Die fix Angestellten wurden bereits gekündigt und könnten, sollte der Beschluss der Gemeinde nicht erfolgen, Ende September ohne Job da stehen.

Zu allem Überdruss für die knapp 40 Arbeitnehmer liegen sich auch SPÖ und ÖVP kräftig in den Haaren. Während die SPÖ einer raschen Umwidmung – und sei es auch ohne genaue Durchsicht der Unterlagen – zustimmen will, möchte VP-Ortschef Peter Vadasz auf Nummer sicher gehen. „Wir haben am 27. Juli ein großes Umwidmungsverfahren eingeleitet. Dieses dauert acht Wochen (die Auflagefrist endet am 21. September, Anmerkung). Das heißt, dass die Unterlagen zeitgerecht vom Gemeinderat beschlossen werden und am 15. Oktober vom Raumplanungsbeirat abgesegnet werden können“, erklärt Vadasz. Den Grund für die „Fleißaufgabe – großes Umwidmungsverfahren“ erläutert Vadasz so: „Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Raumplanung auf ein solches Verfahren besteht, um die Umwidmung zu genehmigen. Wenn wir das aber nicht haben, kann die Umwidmung am 15. Oktober (nächste Sitzung der Raumplanung) nicht beschlossen werden.“

Für Vizebürgermeister Vinzenz Knor ist die Situation „ein Wahnsinn“: „Nachdem der Baulandmobilisierungsvertrag mit den Änderungswünschen aller Beteiligten abgeschlossen ist, muss Bürgermeister Vadasz handeln.“ Die SPÖ-Fraktion wird in der Stadtratsitzung heute Mittwoch für die Einberufung einer Gemeinderatssitzung plädieren, um den Beschluss fassen zu können. „Nur dann können wir eine Schließung verhindern und die Arbeitsplätze der verunsicherten Beschäftigten erhalten“, so Knor.