Erstellt am 22. August 2012, 00:00

Aus für Diskothek „P3“: Konkursantrag gestellt. UNTERHALTUNG / Szene-Lokal schließt seine Pforten. Gehälter sind noch ausständig. Eine Fortführung wird es nicht geben.

m April 1993 eröffnete die Disco P3 unter dem damaligen Namen »P2« als erste Großraumdisco im Südburgenland. Den 20. Geburtstag wird man wohl nicht mehr feiern.  |  NOEN, LEXI

VON VANESSA BRUCKNER

STEGERSBACH / In vergangenen Nächten kam man nach 23 Uhr oft nicht mehr rein, ins P3, weil die Disco restlos voll war. Ab sofort gibt es gar keinen Zutritt mehr, allerdings aus gegenteiligem Grund. Das Kult-Lokal „Disco P3“ in Stegersbach sperrt zu. Am Montag wurde ein Konkursantrag eingereicht – das bestätigte ein Insider im Gespräch mit der BVZ. „Es ist besser gleich aufzuhören, bevor daraus eine finanzielle Katastrophe wird. Die Diskotheken sind heute nicht mehr dasselbe wie vor zehn Jahren“, so jener Mann, der namentlich nicht erwähnt werden möchte, in der Szene aber bekannt ist wie ein bunter Hund.

Erste Großraumdisco im Süden des Burgenlandes

Vor fast 20 Jahren öffnete die Disco in Stegersbach ihre Pforten. Damals noch unter dem Namen P2, war das Szenelokal schnell in aller Munde und vor allem eins: stets gut besucht. Kein Wunder, war es doch die erste Großraumdiskothek im Südburgenland. Zahlreiche bekannte Bands und Musiker gaben sich auf der Tanzfläche der Szene-Disco ein „Stell-dich-ein“. Darunter Scooter, Fun Factory oder Culcha Candela.

Neues Konzept, trotzdem blieben die Gäste aus

Im Jahr 2009 wurde das P2 in „Disco P3“ unbenannt, ein neuer Geschäftsführer kam zum Zug und mit ihm ein neues Konzept. „Die Disco sollte mehr Stadl-Flair haben, um auch die ältere Generation anzulocken. Die Strategie ist nur leider nicht aufgegangen, es kamen am Ende leider gar keine Gäste mehr, weder ältere Semester noch junges Publikum“, erzählt der Insider.

Als Grund gibt er die vielen Veranstaltungen im Südburgenland an. „Fast jeder Verein hat mindestens ein oder zwei Fixtermine im Jahr. Vor allem Sportvereine holen sich vermehrt DJs für ihre Veranstaltungen, das zieht die Jugend von heute scheinbar mehr an als eine Disco. Die Diskotheken sind heute nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Die richtige Musik für die richtige Generation zu finden, ist wichtig, aber wenn sie nicht angenommen wird, hast du kaum eine Chance.“

Der Geschäftsführer des P3 war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, wird das Lokal nicht fortgeführt werden. Einige Gehälter sollen außerdem noch ausständig sein.

Bürgermeister: „Ich wusste nichts von dem Konkurs“

Stegersbach Bürgermeister, Heinz-Peter Krammer: „Natürlich ist es schade, dass die Infrastruktur für die Jugend verloren geht, aber wenn die Disco nicht mehr angenommen worden ist, wird das P3 den Nachtschwärmern wohl nicht mehr fehlen. Der Hauseigentümer hatte einen langfristigen Pachtvertrag mit dem Geschäftsführer der Disco, was weiter geschieht, weiß ich nicht.“