Erstellt am 23. März 2014, 10:43

Baby vom Stiefvater - 33-Jähriger vor Gericht. Im Vorjahr hatte im Südburgenland ein 33-Jähriger seine damals elfjährige Stieftochter geschwängert. Am Montag muss sich der Mann in Eisenstadt vor Gericht verantworten.

Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch einer Unmündigen und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses vorgeworfen. Gemeinsam mit der Mutter der inzwischen Zwölfjährigen ist er auch wegen Vernachlässigens einer Unmündigen angeklagt.

Das Mädchen hatte im November 2013 zuhause ein Kind zur Welt gebracht. Nach der Entbindung waren drei Tage verstrichen, bis die junge Mutter mit ihrem Baby ins Spital gebracht wurde. Laut einem von der Staatsanwaltschaft eingeholten Gutachten soll das Mädchen eine Infektion davongetragen haben. Weil die Mutter der Zwölfjährigen nach Auffassung der Anklagebehörde ihre Verpflichtung zur Fürsorge der Minderjährigen gegenüber gröblich vernachlässigt habe, muss auch sie sich im Prozess vor einem Schöffensenat im Landesgericht Eisenstadt verantworten.

Neuerliche Straftaten zu erwarten

Der 33-Jährige verbüßt derzeit eine mehrjährige Freiheitsstrafe, weil er sich laut einem rechtskräftigen Urteil zwischen Herbst 2005 und Herbst 2006 an der in diesem Zeitraum zehnjährigen Tochter seiner damaligen Partnerin vergangen hatte. Nach einem psychiatrischen Gutachten soll der Mann zwar zurechnungsfähig, aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur aber derart gefährlich sein, dass von ihm ohne entsprechende therapeutische Maßnahmen neuerliche Straftaten mit schweren Folgen zu erwarten seien.

Bis 15 Jahre Freiheitsstrafe möglich

Die Staatsanwaltschaft geht nicht von einem einmaligen, sondern mehreren sexuellen Übergriffen aus. Da diese eine Schwangerschaft zur Folge hatten, erhöht sich das Strafausmaß bei einer Verurteilung. Im Fall eines Schuldspruches drohen dem 33-jährigen Angeklagten fünf bis 15 Jahre Freiheitsstrafe. Laut seiner Verteidigerin wird ihr Mandant zugeben, mit der Tochter seiner Ehefrau einmal geschlafen zu haben. Dass dies eine Schwangerschaft zur Folge hatte, habe ihm seine Stieftochter jedoch verheimlicht. Die Minderjährige und ihr Kind sind mittlerweile bei einer Pflegefamilie untergebracht.