Erstellt am 20. Februar 2013, 00:00

„Barrierefreiheit ist für alle besser“. Bildung / Mit Workshop in der Landwirtschaftlichen Fachschule sollen Schüler für Probleme behinderter Menschen sensibilisiert werden.

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Von Michael Pekovics

GÜSSING / Knapp 3.000 Schüler im ganzen Land werden sich bald in die Lage behinderter Menschen hineinversetzen können. Dafür sorgt ein Workshop des Regionalmanagements Burgenland und des Österreichischen Zivilinvalidenverbandes Burgenland (ÖZIV). Präsident Hans-Jürgen Groß wies darauf hin, dass das Thema Barrierefreiheit in Zukunft immer wichtiger wird: „Wir stehen vor einer enormen Herausforderung, schließlich ist knapp die Hälfte aller Menschen über 60 Jahre von einer dauerhaften Behinderung betroffen.“ Und die Problematik wird nicht geringer. „Untersuchungen haben gezeigt, dass 80 Prozent aller Menschen lieber eine Rampe benutzen als Stiegen“, führt Groß weiter aus.

Den Schülern der Landwirtschaftlichen Fachschule wurden die Probleme anschaulich vermittelt. Unter Anleitung durften sie einen Rollstuhl ausprobieren oder mussten mit verbundenen Augen und einem Blindenstab durch ihre Schule gehen. Vielfach sei nicht fehlendes Geld Schuld an mangelnder Barrierefreiheit, sondern es fehle schlicht und einfach das Verständnis dafür, meint Groß: „Aber die Schüler sind sehr interessiert. Oft auch deswegen, weil sie die Problematik bei ihren eigenen Großeltern sehen.“

Und auch bei Direktor Gerhard Müllner hat der Workshoptag etwas bewirkt: „Wir werden bei der Planung des Wirtschaftsgebäudes sicherlich auf Barrierefreiheit Wert legen“, versprach er. Groß wies noch auf einen anderen Aspekt hin: „Alle setzen auf Gesundheitstourismus, aber der riesige Markt – in Europa sind 80 Millionen Menschen dauerhaft behindert – wird nicht richtig bedient. Da muss einfach ein Umdenken bei den Verantwortlichen her.“ Weil aber die jungen Menschen von heute die Führungskräfte von morgen sind, habe er viel Hoffnung auf eine Wende zum Guten.

Mehr Barrierefreiheit. Das fordert Hans-Jürgen Groß, seine Gattin Tamara, Thomas Böhm und Gerhard Müllner.