Erstellt am 15. Dezember 2010, 00:00

Bauern üben den Aufstand, Ökologen nun zufrieden. OPEN WEHR / Im Rahmen der Pressekonferenz entbrannte zwischen Bauern, Ökologen und Politikern eine heftige Diskussion.

Lokalaugenschein. Franz Kern, Willi Thomas, Landesrat Werner Falb-Meixner, Helmut Sampt und Josef Wagner besichtigen die Raab in Neumarkt an der Raab.  |  NOEN
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VON CARINA GANSTER

NEUMARKT AN DER RAAB / Wie die BVZ bereits in der vergangenen Woche berichtete, übten Ökologen heftige Kritik am Projekt „Openwehr“ an der Raab. Grund dafür war, dass die geplante Anbindung der Altarme durch ein Rohrsystem ökologisch nicht vertretbar sei. „Eine Verlandung, sowie Sand- und Schlammablagerungen aufgrund des geplanten Rohrsystemes ist nicht zu vermeiden“, hieß es seitens der Ökologen.

Das Projekt „Openwehr“ wird von der EU finanziert. Leadpartner ist das Land Burgenland, das Land Steiermark und Ungarn. Die veranschlagten Gesamtkosten von rund zwei Millionen Euro werden je zur Hälfte zwischen Österreich und Ungarn aufgeteilt. Für das Projekt in Neumarkt an der Raab sind rund 400.000 Euro veranschlagt. Der Ärger der Ökologen und Naturschützer hat sich mittlerweile gelegt. Das Projekt wurde im Rahmen einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche der Öffentlichkeit präsentiert. Anders als ursprünglich geplant, wird das Projekt zur Renaturierung der Raab nun doch umgesetzt – sehr zur Freude der Naturschützer. Denn das Land Burgenland zeigt sich im Einklang mit den Bedenken der Naturschützer. Die Altarmanbindung wird nun nicht mit dem ursprünglich geplanten Rohrsystem durchgeführt. Das neue Konzept sieht zwar auch eine Rohranbindung vor, diese sei jedoch sowohl nach Expertenmeinungen als auch nach Meinungen der Naturschützer und Ökologen erheblich besser.

Neues Rohrsystem ist  ökologisch vertretbar

Geplant ist nun ein „freier Einlauf“ und beim Auslauf sollen zwei Rohre angebunden werden. Das würde bedeuten, dass größere Wassermengen in die Altarme kommen würden und diese somit besser durchflutet seien. Somit ist eine Verlandung nicht so rasch möglich als ursprünglich von Ökologen angenommen. Eigentlich sollte man meinen, dass sich beide Parteien auf ein passables Ergebnis geeinigt haben, wäre da nicht noch eine Gruppe in dieser Causa, die man vergessen hat, zu berücksichtigen. Die Landwirte wurden zwar vorab vom Land umfangreich informiert, dies ist jedoch schon im Jahr 2007, zu Beginn der Planungsarbeiten, geschehen.

Bauern wollen Brücke als  Zufahrtsweg zu den Feldern

Zahlreiche Bauern, die Grundstücke in diesem Gebiet haben, äußerten im Rahmen der Pressekonferenz ihre Bedenken über das Projekt. Befürchtet werden neben Überflutungen der Felder auch schlechtere Zufahrtswege. Durch die Baumaßnahmen wird es künftig den Bauern nicht mehr möglich sein, ihre Felder von Jennersdorfer Seite her zu befahren. Künftig müssen sie einen Umweg von rund fünf Kilometern über Neumarkt an der Raab auf sich nehmen. Widerstand macht sich breit. Eine Lösung wäre der Bau einer Brücke über die Raab, die jedoch erhebliche Mehrkosten in Anspruch nehmen würde. Geld, dass laut Landesrat Werner Falb-Meixner nicht da sei. Gespräche zwischen dem Landesrat und den Bauern sollen in der kommenden Woche stattfinden. Beide Seiten sind um eine rasche Lösung bemüht.