Erstellt am 25. Mai 2011, 00:00

Beginnt jetzt das Sterben der Fußballvereine?. FUSSBALL / Viele Vereine stehen ohne Vorstand da. In Großmürbisch wird am Freitag über die Zukunft des Vereins entschieden.

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VON PATRICK BAUER, ANDREAS KOLLER, DANIEL FENZ UND CARINA GANSTER

BEZIRKE / Man muss derzeit kein Fußballinteressierter oder regelmäßiger Besucher eines Sportplatzes sein, um zu wissen, dass zahlreiche Sportvereine aus den Bezirken Güssing und Oberwart finanzielle Probleme haben oder sogar vor der Auflösung stehen sollen. Sicher weiß man zum Beispiel von der finanziell angespannten Lage des UFC Oberschützen (die BVZ berichtete) und die Gerüchte, dass der UFC Unterwart vor der Auflösung steht, da sich kein Vereinsvorstand findet.

Hinter vorgehaltener Hand sprechen auch viele Vereinsverantwortliche von einer angespannten Lage und einer ungewissen Zukunft in ihrem Verein. Konkret möchten letztendlich aber nur die wenigsten etwas sagen. Schenkt man hingegen den Gerüchten Glauben, dann stehen unter anderem die Fußballvereine in Oberwart, Unterwart, Markt Allhau, Tobaj/Hasendorf, Dt. Tschantschendorf, Neustift und Großmürbisch vor einer ungewissen Zukunft.

Die BVZ nahm sich dieser Problematik an und sprach mit den Vereinsverantwortlichen. Das hartnäckigste Gerücht der vergangenen Wochen ist, dass sich ein Verein in der Großgemeinde Tobaj auflöst. Das will Bürgermeister Manfred Kertelics weder bestätigen noch dementieren: „Kein Kommentar.“ Schon im Herbst war in Tobaj das Thema einer Zusammenlegung der beiden Vereine Tobaj/Hasendorf und Dt. Tschantschendorf aufgekommen. Beide Mannschaften haben derzeit mit großen Problemen zu kämpfen. In Tobaj gibt es zwar einen intakten Vorstand, jedoch wenig Spieler. In der Frühjahrssaison mussten bereits einige Spiele der Reservemannschaft abgesagt werden.

Großmürbisch entscheidet  über Zukunft des Vereins

Tobaj/Hasendorf-Trainer Frederick Klobosits spricht die Problematik konkret an: „Wenn man an die Zukunft denkt und auch daran, dass in zwei Jahren die Strukturreform des Burgenländischen Fußballverbandes (BFV) in Kraft treten wird, werden viele Vereine über eine Zusammenlegung nachdenken. Ich bin mir sicher, dass nicht alle derzeit bestehenden Vereine überleben können.“

In Deutsch Tschantschendorf hingegen hat man derzeit zwar große Verletzungssorgen, der Kader ist aber groß genug, um das zu kompensieren. Das Problem in Dt. Tschantschendorf ist, dass die Vorstandsriege im Verein zwar noch intakt, aber äußerst dünn besetzt ist.

Auch den Kickers aus Neustift wird das Ende ihres Vereins nachgesagt. Sportlich gesehen läuft es nicht gerade gut, befinden sich die Neustifter doch am Tabellenende der 2. Klasse B Süd. „Völliger Blödsinn. Nur weil es sportlich nicht so gut läuft, werden wir uns nicht gleich auflösen“, kommentiert Neustifts sportlicher Leiter Ronald Weidinger das Gerücht.

In Großmürbisch wird übermorgen, Freitag, über die sportliche Zukunft des Klubs entschieden. „Der Verein hat eine Vorstandssitzung und wird dabei über die Zukunft beraten. Zu welchem Entschluss die Gremien kommen werden, weiß ich nicht“, skizziert Trainer Johannes Jani die aktuelle Lage.

Nachwuchsmannschaften  werden alle aufgelöst

In Unterwart läutet man mit der Auflösung der Nachwuchsmannschaften (siehe Artikel Seite 56) ein neues Zeitalter ein, der Verein soll aber bestehen bleiben. Eine Auflösung sei laut Obmann Manfred Horvath „derzeit kein Thema. Solange keine Generalversammlung abgehalten wurde, kann ich dazu nichts sagen“.

Viele Vereine steht das Wasser bis zum Hals – sowohl in finanzieller als auch in personeller Hinsicht. Schon im kommenden Spieljahr könnten weniger Fußballvereine als heute in der Meisterschaft antreten.PEKO