Erstellt am 25. Januar 2012, 00:00

Betrug mit Luxus-Autos. PLEITE / Ein Unternehmer verkaufte angesichts eines Finanzdesasters geleaste PKW weiter – ohne Fahrzeugpapiere! Er wude zu einem Jahr Haft verurteilt.

BEZIRK GÜSSING / Ein 30-jähriger Steirer stand vorige Woche in Eisenstadt vor Gericht, weil er über seine Firma im Bezirk Güssing 14 Autos, darunter einen Lamborghini, verkauft hatte, obwohl er dazu gar nicht berechtigt war. Die gutgläubigen Käufer erhielten keine Fahrzeugpapiere; ein Auto verkaufte der Mann sogar zweimal!

2003 hatte der Unternehmer mit dem sogenannten Chip Tuning begonnen - also der Leistungssteigerung bei KFZ durch Umprogrammierung. Außerdem führte er Tachojustierungen durch, darunter ist die nachträgliche Änderung des Kilometerstandes eines Autos zu verstehen, was unter bestimmten Voraussetzungen sogar legal ist. 2008 gründete der Steirer im Bezirk Güssing eine Firma, die sich mit dem Verkauf und der Vermietung von PKW befasste, dabei verschuldete er sich massiv, er begann, in ein Finanzdesaster zu schlittern.

Ende 2009 suchte der Mann nach einem Ausweg, indem er begann, hohe Bargeldbeträge zur Seite zu schaffen, um sich eine neue Existenz aufbauen zu können. Er verkaufte fremdfinanzierte Autos, darunter einen Lamborghini im Wert von 69.000 Euro, an Interessenten. Allerdings blieb er die Fahrzeugpapiere schuldig, da diese bei den Leasinggesellschaften bzw. bei einer Bank hinterlegt waren. Damit hatten die Autos für die Käufer keinerlei Wert. Einen BMW X5 verkaufte er an einen Interessenten, der den Kauf nur über einen Kredit finanzieren konnte. Daher verkaufte der Steirer das Auto ein zweites Mal an einen Mann, der bereit war, 57.000 in bar zu bezahlen. Auch in diesem Fall fehlten die Fahrzeugpapiere. Die Anzahlung vom ersten Käufer erstattete er nicht zurück.

Bei den Käufern richtete der Unternehmer durch seine Betrugshandlungen einen Schaden von 137.000 Euro an. Der Wert der veruntreuten Fahrzeuge belief sich auf 310.000 Euro. Vorige Woche wurde der Steirer, der sich zu allen Fakten schuldig bekannte, zu drei Jahren Freiheitsstrafe, davon zwei Jahre auf Bewährung verurteilt. An die Bank, die ihm Kredite gewährte, muss er 112.550 Euro bezahlen.

„Er verabsäumte es, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen“, warf Richter Dr. Wolfgang Rauter dem glücklosen Unternehmer vor. Dieser nahm das Urteil an.