Erstellt am 12. Februar 2014, 23:59

von Carina Ganster

„Bevor ich das zahle, gehe ich hinter Gitter“. Verwaltungsstrafe / Weil ein Graben nicht gesäubert wurde, bekam der Stinatzer Ortschef eine Geldstrafe. Er könnte die Strafe auch absitzen.

Bürgermeister Grandits macht sich ein Bild von der Baustelle in der Grabenstraße.  |  NOEN, Ganster
Von Carina Ganster

STINATZ / Der Ärger bei Bürgermeister Andreas Grandits ist groß. Seit er vor vier Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde, beschäftigt ihn ein Streit mit der Bezirkshauptmannschaft. In dem geht es darum, dass ein Graben seit vielen Jahren als illegaler Müllablagerplatz genutzt wurde. Jetzt muss Grandits eine Verwaltungsstrafe in der Höhe von 396 Euro bezahlen oder eine Ersatzfreiheitsstrafe von 180 Stunden absitzen. Ob er die Strafe bezahlt, Berufung einlegt oder tatsächlich ins Gefängnis geht, lässt Grandits bis zur Ablauf der Zahlungsfrist (in zwei Wochen) offen. „Bevor ich aber das Geld zahle, gehe ich hinter Gitter“, sagt der erboste Ortschef mit einem Schmunzeln.

Gemeinde hat seit zehn Jahren Auflagen

Der Graben ist nicht im Eigentum der Gemeinde, diese ist aber für die Säuberung und Instandsetzung zuständig. Zum Unverständnis des Ortschefs. „Bereits vor zehn Jahren hat es Auflagen für die Gemeinde gegeben, den Graben herzurichten, damals war ich noch nicht Bürgermeister. Ich habe die Behörde seit 2010 gebeten, die Umsetzungsfrist aufzuschieben, da die Gemeinde das nötige Geld nicht zur Verfügung hatte (60.000 Euro)“, erklärt Grandits. Bis Ende Juli 2014, haben sich Behörde und Gemeinde geeinigt, müssen die verbliebenen Auflagen (Kanalbefahrung und Böschungssicherung) umgesetzte werden. Derzeit wird bereits gebaut. Dass Ortschef Andreas Grandits die Strafe erlassen wird, ist seitens der Bezirkshauptmannschaft keine Option.

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„Es handelt sich um ein laufendes Verfahren. Der Bürgermeister weiß, warum er die Geldstrafe zahlen muss“, sagt Bezirkshauptfrau Nicole Wild. Grandits geht mit der Behörde hart ins Gericht: „Ich habe das Vertrauen in die Bezirkshauptmannschaft und deren Leiterin verloren. Die Vorgehensweise ist nicht in Ordnung.“