Erstellt am 01. Mai 2013, 00:00

Bienen sollen leben. Teilerfolg / Mehrheit der EU-Staaten hat sich für ein Teilverbot von drei umstrittenen Pestiziden ausgesprochen. Österreich stimmte dagegen.

Von Carina Ganster

REGION / Bienen bestäuben 75 Prozent der Pflanzen und sind für das Ökosystem und für Menschen von großer Bedeutung. In den letzten Jahren kam es zu vermehrtem Bienensterben, auch im südlichen Burgenland mussten zahlreiche Imker eine Reduktion ihrer Bienenvölker schmerzlich in Kauf nehmen.

Nach monatelangem Kampf hat sich eine Mehrheit der EU-Staaten am Montag für ein Teilverbot von drei umstrittenen Pestiziden ausgesprochen. Die Pestizide stehen im Verdacht, das Bienensterben zu verursachen. Österreich hat gegen das Verbot gestimmt. Umweltminister Niki Berlakovich steht nicht nur bei Imkern und Umweltschützern heftig in der Kritik, sondern auch bei Politkollegen. Neben den Grünen, forderte auch FPÖ-Umweltsprecher Norbert Hofer den Umweltminister auf, sich klar und unmissverständlich für ein Verbot, aller bienengiftiger Pestizide einzusetzen, dem war jedoch nicht so. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch nun bei der EU-Kommission, die ein Verbot befürwortet. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg hatte vorgeschlagen, die drei Pestizide aus der Gruppe der sogenannten Neonikotinoide für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps sowie Baumwolle für vorerst zwei Jahre zu verbieten. Bereits Ende des Vorjahres hat eine EU-Studie die Gefährlichkeit für Bienen durch Beizmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide belegt.

„Seit drei Jahren fordern wir ein Verbot der Insektizide bei der Maisbeizung und seit über drei Jahren verschleppt die ÖVP den Bienenschutz. Die Folge ist ein massives Bienensterben im Südburgenland. Ich erwarte mir vom Umweltminister, dass er sich auf die Seite der Imker und einer naturverträglichen Landwirtschaft stellt und einem Verbot der giftigen Insektizide zustimmt“, meint Grünen-Umweltsprecherin Christiane Brunner.