Erstellt am 18. Mai 2011, 00:00

Biogas für Heiligenbrunn. ENERGIEEFFIZIENZ / Der Verein „ökoEnergieland“ arbeitet an einer möglichen Biogasanlage im Ortsteil Hagensdorf.

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VON SARAH WAGNER
REGION / Der Verein „ökoEnergieland“ plant, dass die Mitgliedergemeinden schon bald energieautark sein sollen (die BVZ berichtete). So ist unter anderem eine Biogasanlage in Tobaj in Arbeit. In Strem ist das Tanken von Strom und Gas laut Projektmanager Bernhard Deutsch noch heuer „so gut wie sicher“. Eine weitere ist auch in den Gemeinden Eberau und Bildein geplant. Und erst vor einigen Tagen kam eine weitere Anlage ins Gespräch.

„Wir sind derzeit in den Gemeinden unterwegs, um unsere Ziele und Projekte vorzustellen“, so Deutsch engagiert. Auch in der Gemeinde Heiligenbrunn waren die Verantwortlichen des „ökoEnergieland“ bei der vergangenen Gemeinderatssitzung anwesend, um die Gemeinderäte mit Informationen zu versorgen. Dabei kam die Idee einer Biogasanlage im Ortsteil Hagensdorf zur Sprache. „Neben der Kläranlage wäre ein idealer Standort für eine Biogasanlage“, erklärt Deutsch. „Die Großgemeinde Heiligenbrunn wäre damit bestens versorgt.“ Nur der Ortsteil Reinersdorf müsste laut Deutsch von Heiligenkreuz aus über Inzenhof und Großmürbisch mit Strom und Gas versorgt werden.

Die Kosten für die Anlage schätzt der Projektmanager auf rund 2,3 Millionen Euro. „In Hagensdorf denken wir an eine Biogasanlage mit einer Größe, die mit Strem vergleichbar ist.“ Wer die Kosten und die Verantwortung einer neuen Anlage tragen würde, erklärt Deutsch folgendermaßen: „Wir sind gerade dabei, eine GmbH zu gründen. Angedacht ist, dass sich die Gemeinde Heiligenbrunn, aber auch einzelne Bürger, daran beteiligen. Wenn eine finanzielle Beteiligung für eine Gemeinde allein nicht möglich ist, dann springt sozusagen die neu gegründete Firma ein.“

Laut Deutsch refinanziert sich die Anlage mit den Einnahmen aus dem Energieverbrauch. „Ein Vorteil dabei ist sicher, dass sich die Gemeinde selbst Energiekosten erspart und die Wertschöpfung der Rohstoffe innerhalb der Gemeinde bleibt. Die Bauern sind Rohstoff-Lieferanten und würden ebenfalls an einer Biogasanlage mitverdienen.“

Gerhard Schrantz, Bürgermeister von Heiligenbrunn, dazu: „Reinhard Koch vom ’ökoEnergieland’ hat ein Energiekonzept für unsere Gemeinde vorgestellt. Das Ganze war einmal eine Information für den Gemeinderat. Als Gemeinde stehen wir dieser Sache positiv gegenüber, es hat aber nur Sinn, wenn auch die Bevölkerung dahinter steht.“ In Bürgerversammlungen soll das Projekt nun der Bevölkerung vorgestellt werden. „Es gibt bereits konkrete Berechnungen, was sich die Bürger ersparen würden“, so Schrantz.

Reinhard Koch, Jürgen Schabhüttl, Walter Temmel und Bernhard Deutsch haben viel vor.