Erstellt am 05. August 2013, 12:33

Biomasse-Kraftwerk vorerst gerettet. Der Weiterbetrieb des insolventen Biomasse-Kraftwerks in Güssing ist zumindest vorläufig möglich.

Das Biomassekraftwerk wird schon bald wieder seinen Betrieb aufnehmen.LEXI  |  NOEN

Mit diesem Ergebnis endete am Montag eine Berichtstagsatzung im Landesgericht Eisenstadt. Möglich wurde dies durch eine Kapitalspritze von 200.000 Euro durch die Mehrheitsgesellschafterin Care Beteiligungsverwaltung GmbH, hinter der laut Medien Michael Dichand, Sohn des verstorbenen "Krone"-Herausgebers Hans Dichand, stehen soll. "Ein eingeschränkter Fortbetrieb wurde vom Insolvenzgericht bewilligt", sagte Peter Stromberger vom AKV Europa.

Die nötigen Mittel seien beim Sanierungsverwalter hinterlegt worden. Mit dem eingelangten Betrag sei sichergestellt, dass die Dienstnehmer bezahlt werden können. Damit finde man das Auslangen bis zur Sanierungsplantagsatzung am 21. Oktober.

Der nächste Gerichtstermin in Form einer Prüfungstagsatzung ist für 9. September angesetzt. Dabei soll über die Anerkennung von Forderungen der Gläubiger verhandelt werden, hieß es vom AKV.

Bis zur Sanierungsplantagsatzung solle außerdem überprüft werden, ob allgemeine Wartungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt werden können, so Stromberger. Allerdings müsste dafür weiteres Geld flüssig gemacht werden.

Abschließendes Gläubigerverzeichnis nicht vorliegend

Ein abschließendes Gläubigerverzeichnis liege noch nicht vor, weshalb es schwierig zu sagen sei, wie hoch die Passiva sein werden. "Das wird am 9. September in der Prüfungstagsatzung behandelt", meinte Stromberger. Bei der Eröffnung des Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung - angestrebt wird beim Sanierungsplan eine Quote von 30 Prozent - waren die Passiva vorerst mit rund 5,9 Mio. Euro angegeben worden.

Das Biomasse-Kraftwerk war in die Insolvenz geschlittert, nachdem das Finanzamt die Förderprämie von etwa 350.000 Euro jährlich auf einen Bruchteil reduziert hatte. Statt wie in früheren Jahren als Pilotanlage wurde das Kraftwerk als kommerzielle Anlage eingestuft.

Sobald die geplanten Service- und Reparaturarbeiten abgeschlossen seien, werde sich der Investor melden und sagen, ob die Anlage hochfahren wird oder nicht. Derzeit werde vom Investor Care geprüft, ob das Kraftwerk langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann.