Erstellt am 16. November 2011, 00:00

Blue Chip: Maßnahmen für Personal zahlt Land. WIRTSCHAFT / Bewerberfrist wurde um einen Monat verlängert. Die Stiftung für 70 Mitarbeiter konnte endlich fixiert werden.

Es gibt wieder Hoffnung. Das hochverschuldete Photovoltaikunternehmen Blue Chip Energy in Güssing soll noch in diesem Monat von einem Käufer gerettet werden. Dann endet die Frist. BVZ/ARCHIV  |  NOEN
x  |  NOEN

VON SARAH BAUMGARTNER

GÜSSING / Wie die BVZ bereits berichtete, gibt es für das in Konkurs geratene Unternehmen Blue Chip Energy einen Funken Hoffnung. Die Bewerberfrist wurde um einen Monat bis Ende November verlängert. Und es soll auch einige seriöse Interessenten, die das Unternehmen kaufen möchten, geben. Um einen derartigen Kauf in die Wege zu leiten, ist ein Stab an geeignetem Personal notwendig. So konnte sich die Landesregierung gemeinsam mit der Gewerkschaft und dem Arbeitsmarktsservice auf die Gründung einer Art „Arbeitsstiftung“ einigen.

Derzeit wird noch an den Details gearbeitet. Georg Schachinger, Geschäftsführer vom Regionalmanagement Burgenland, erläutert die Maßnahmen: „Das Land Burgenland hat sich bereit erklärt, die Finanzierung zur Gänze zu übernehmen. Wir sind derzeit dabei, mit den zuständigen Stellen in der Regierung und dem AMS ein Konzept zu erstellen.“ Ob es tatsächlich zur Gründung einer ,Stiftung‘ kommt, ist für Schachinger unsicher: „Fix ist, dass es Maßnahmen geben wird, aber in welcher Form ist noch offen.“

Laut Andreas Horvath von der Gewerkschaft „Pro G“ ist die Gründung einer Stiftung, die bis vor einigen Tagen noch unsicher war, nun so gut wie fix: „Die Stiftung steht.“

Finanzierung für Maßnahmen  wurde gesichert

Dass Qualifizierungsmaßnahmen notwendig sind, darin sind sich alle einig. „Eine Weiterführung des Unternehmens ist nur mit geschulten Mitarbeitern möglich. Kein Investor kann den Betrieb ohne Personal fortsetzen“, erklärt Horvath. Auch Landesrätin Verena Dunst, die bei der Betriebsversammlung am vergangenen Donnerstag in Güssing vor Ort war, bestätigt: „Der Betrieb lebt von den qualifizierten Mitarbeitern. Sie sind das Fundament des Unternehmens. Ohne qualifiziertes Personal wird sich nur schwer ein neuer Investor finden.“

Mit der Stiftung werden Personen aus dem ehemaligen Mitarbeiterstab aus- und weitergebildet. „Um die 70 Personen haben Interesse an Maßnahmen gezeigt. Diese beginnen mit Ende November“, so Andreas Horvath.

Die Suche nach einem Stiftungsträger ist laut Gewerkschaftsvertreter noch am Laufen. Die Weiterbildungsmaßnahmen werden voraussichtlich größtenteils in Güssing im Betrieb selbst oder in Räumlichkeiten des Technologiezentrums durchgeführt. „Spezialkurse können aber auch woanders stattfinden“, erklärt der Gewerkschaftsvertreter.

Die Verantwortlichen hoffen nun, dass mit Ende November tatsächlich ein Käufer gefunden werden kann. Dann würde im Jänner ein Neustart erfolgen. Falls aber doch kein Investor gefunden wird, meint Horvath von der Pro G: „Die Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen können auch für andere Bereiche genutzt werden. Die Qualifizierung der Teilnehmer wird auf alle Fälle stark erhöht.“

Dunst ist optimistisch: „Mit der Arbeitsstiftung wird ein Signal für den neuen Investor ausgesendet. Durch die Zusicherung der Qualifizierungsmaßnahmen steigt die Chance, dass sich noch weitere Interessenten melden.“