Erstellt am 31. Juli 2013, 00:00

Cannabis gezüchtet. Urteil / Im großen Stil soll ein Unternehmer in mehreren Häusern Cannabis angebaut, geerntet und verkauft haben.

Von Elisabeth Kirchmeir

BEZIRK GÜSSING / Vor Gericht mussten sich nun der 58-jährige Unternehmer und seine 48-jährige Ex-Lebensgefährtin verantworten. Sie sollen teilweise gemeinsam für die Aufzucht des Cannabis verantwortlich gewesen sein.

Der Unternehmer, der früher als Wirt und dann im Vertrieb arbeitete, begann 2006 Cannabis zu konsumieren. 2008 verfiel er nach einschlägigem Literaturstudium auf die Idee, selbst Cannabispflanzen anzubauen.

Er mietete zunächst ein Objekt in Niederösterreich an und errichtete dort eine erste Indoor-Aufzuchtanlage. Später kaufte die Lebensgefährtin des Unternehmers ein Haus im Bezirk Güssing. Im Keller wurde eine hochklassige Aufzuchtanlage eingerichtet, der Zugang zu diesem Raum wurde mit einem Kasten versperrt. In diesem Haus im Bezirk Güssing soll das Paar von 2009 bis Oktober 2012 in jährlich drei Durchgängen á 50 Pflanzen insgesamt 4500 Gramm Cannabiskraut erzeugt haben. Davon soll ein Viertel für den Eigenkonsum verwendet, der Rest in Wien verkauft worden sein.

Der Unternehmer mietete schließlich ein weiteres Haus im Bezirk Güssing an, das ausschließlich dem Anbau von Cannabiskraut dienen sollte.

Die Ausrüstung für die neue Anlage sowie Stecklinge zur Aufzucht von Cannabis kaufte er in einem sogenannten „Grow Shop“ im Bezirk Oberwart.

Polizei fand Cannabis fertig abgepackt vor 

In der neuen Anlage wurden 888 Gramm Cannabiskraut erzeugt. Die Polizei fand das Cannabiskraut bei einer Hausdurchsuchung fertig abgepackt und für den Verkauf vorbereitet vor.

2012 zog der Unternehmer einen weiteren Beteiligten in das Drogengeschäft hinein. Er überredete den Steirer, ebenfalls Cannabis anzubauen, und half ihm bei der Aufzucht sowie beim Verkauf der Drogen.

Im Oktober 2012 ließ die Polizei den groß angelegten Drogenanbau platzen. Auffällig sei, so ein Kriminalbeamter, vor allem der hohe Stromverbrauch bei jenem Haus gewesen, in dem der Unternehmer und seine damalige Lebensgefährtin Drogen angebaut hatten.

Der dritte Beteiligte war bereits am ersten Prozesstag zu einer bedingten Haftstrafe im Ausmaß von 18 Monaten verurteilt worden. Vorige Woche fällte ein Schöffensenat unter dem Vorsitz von Dr. Wolfgang Rauter auch die Urteile für den Unternehmer und seine Ex-Lebensgefährtin: Er wurde zu einer Haftstrafe in der Dauer von 30 Monaten, davon 20 Monate bedingt verurteilt, sie zu einer zehnmonatigen bedingten Haftstrafe. Der Unternehmer nahm das Urteil an, die Frau bat um Bedenkzeit.