Erstellt am 15. Februar 2012, 00:00

Chance auf Weiterführung. KONKURS / Nach der Schließung des Life Resorts hat der Betreiber in der Vorwoche einen Antrag auf Insolvenz gestellt.

VON CARINA GANSTER

JENNERSDORF / Seit Wochen zittern 44 Angestellte des Life Resorts um ihren Arbeitsplatz. Nun haben die Mitarbeiter traurige Gewissheit, die GSE Pflegehotel Gmbh hat den Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt. Laut Kreditschutzverband von 1870 (KSV) steht eine Insolvenz bevor, eine Weiterführung sei nicht geplant. Von der Insolvenz sind laut KSV 111 Gläubiger betroffen. Die Gesellschaft hat erst seit vergangenen Sommer das Resort betrieben.

Die Passiva werden vom Unternehmen mit 1,7 Millionen Euro angegeben. „Welche Aktiva diesen Schulden gegenüberstehen, wird der Masseverwalter festzustellen haben“, erklärt der KSV. Die Liegenschaft und das Gebäude gehören nicht der GSE Pflegehotel Gmbh, die das Areal nur gepachtet hat. Eigentümer ist die Firma Mandelbauer. „Die Insolvenzursachen liegen in der Unterschätzung des Finanzierungsbedarfes für die Wiedereröffnung und in der schlechten Auslastung in den ersten Monaten. Die neue Zielgruppe konnte nicht richtig angesprochen werden“, erklärt Gerhard Weinhofer vom Kreditschutzverband. Vom Betreiber wollte niemand eine Stellungnahme abgeben.

AMS und Gäste weiterhin  nicht informiert

AMS-Jennersdorf Chef Harald Braun zeigt sich über die Umstände sehr verwundert. „Bislang haben sich nur sechs Personen beim AMS gemeldet. Die meisten Personen warten darauf, ihr Geld aus dem Insolvenzausgleichsfond zu erhalten.“ Völlig unverständlich für Braun, denn es gäbe genug Arbeitsplätze in der Tourismusbranche. Seit Wochen versucht Braun mit dem Betreiber des Hotels Kontakt aufzunehmen, ohne Erfolg. „Jegliche Kontaktaufnahme wird verweigert“, meint Braun.

Ebenso verärgert zeigten sich Urlaubsgäste, die am Mittwoch der Vorwoche vor verschlossenen Türen des Hotels standen. Die Urlaubsgäste haben im Dezember gebucht und keine Verständigung erhalten, dass das Hotel zugesperrt hat.

Im vergangenen Jahr wurde das Hotel um rund drei Millionen Euro zu einem Haus für Menschen mit besonderen Bedürfnissen umgebaut. Die Höhe der Fördersummen seitens des Landes ist nicht nicht bekannt. Auch ob die Förderungen zurückgezahlt werden müssen, ist unklar. „Förderungen müssen nur dann zurückbezahlt werden, wenn der Betrieb nicht mehr weitergeführt werden soll. Ich gehe aber davon aus, dass sich ein neuer Betreiber finden wird“, meint Wibag-Vorstand Franz Kast. Ähnlich positiv für die Zukunft des Hotels ist Bürgermeister Willi Thomas, der erste Verhandlungen mit zwei möglichen Interessenten bestätigt. „Die Auslastungsziffern sind zuletzt ständig gestiegen. Es gibt Interessenten.“

Kritik kommt von Tourismusobmann Reinhard Puchas, der von einer absoluten „Fehlinvestition“ spricht und auf die Änderung der Förderpolitik pocht: „Familienbetriebe und Kleinbetriebe gehören verstärkt gefördert, denn diese Betriebe haben höhere Überlebenschancen.“ Laut Puchas soll der Betreiber bereits ein neues Hotel in der Steiermark übernommen haben.