Erstellt am 13. Juli 2012, 12:17

Coup der "BMW-Bande"durch Polizei vereitelt. Dramatische Szenen haben sich heute, Freitag früh im Südburgenland abgespielt: Die BMW-Bande, die seit Jänner mehrere Einbruchsdiebstähle im Burgenland verübt hat, wollte bei einem Autohändler in St. Michael (Bezirk Güssing) ihren bereits dritten Coup landen.

 |  NOEN, Feigl
Diesmal machte ihr die Polizei einen Strich durch die Rechnung: Als ein Flüchtender mit dem Auto auf einen Beamten losfuhr, gab dieser vier Schüsse ab, so Bezirkspolizeikommandant Ewald Dragosits. Die Polizisten blieben unverletzt. Die Täter entkamen, eine Alarmfahndung verlief negativ.

Um 4.24 Uhr wurde die Bezirksleitzentrale verständigt, eine Streife machte sich von Stegersbach kommend auf den Weg zum Tatort. Dort bemerkten die Polizisten einen Unbekannten bei den abgestellten Fahrzeugen. Die Beamten näherten sich dem Verdächtigen von der Rückseite des Gebäudes kommend.

"Irgendwann dürfte er sie dann doch bemerkt haben", schilderte Dragosits. Der Ertappte lief um die Ecke zu einem schwarzen BMW und stieg in das Fahrzeug. Ob sich noch jemand anderer darin befand, könne man nicht sagen, so der Oberstleutnant.

Als der Polizist um die Ecke kam, startete der Wagen und fuhr in der Morgendämmerung ohne Licht auf den Beamten zu. Der Polizist habe daraufhin einen Schreckschuss abgegeben. Der Lenker des Fluchtfahrzeuges drehte daraufhin das Licht voll auf und fuhr weiter auf den Gesetzeshüter zu. "Der hat dann weitere drei Schüsse in Richtung des sich nähernden Fahrzeuges abgegeben", berichtete Dragosits.

Ein Projektil hatte eine Radkappe getroffen, die die Beamten später fanden. "Wo die anderen zwei gelandet sind, wissen wir nicht." Der Wagen bog scharf nach links ab und fuhr in Richtung Schallendorf davon. Die Polizei leitete sofort eine Alarmfahndung ein - "mit allem, was wir haben", erzählte Dragosits. Auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz: "Wir haben das Fahrzeug und den Täter nicht auffinden können."

"Es ist weder ein Beamter verletzt noch einer der flüchtenden Täter aus jetziger Sicht", so der Bezirkspolizeikommandant. Die Bande, die bei den BMW-Fahrzeugen unter anderem Scheinwerfer, Airbags und andere Teile ausbaut, hatte auch diesmal bereits Teile zum Abtransport bereit gelegt. "Wir sind ihnen dazwischen gekommen", so Dragosits.

Um die Autos öffnen zu können, wurden Seitenscheiben eingeschlagen - das passe zur Vorgangsweise der Bande. Der Autohändler wurde schon zum vierten Mal Opfer der Kriminellen: Denn auch in seinem Betrieb in Oberpullendorf waren die Einbrecher bereits am Werk.