Erstellt am 28. August 2013, 00:00

Der Campingplatz ruft!. Urlaubsstimmung /  Der See in Rauchwart ist als Campingparadies bekannt. Manche Gäste bleiben länger. Monatelang. Ein Bericht über Freiheit, Grillen und einen gewissen „Obelix“.

Treu. Nicole Haushofer ist eine von vielen Dauercampern und kommt schon seit vielen Jahren mit ihrem Wohnmobil nach Rauchwart. Fotos: Pöll  |  NOEN, Pöll
Von Jeannine Pöll, Viviane Jandrisits und Vanessa Bruckner

Rauchwart | Der Badesee in Rauchwart ist nicht nur bei Tagesgästen aus der Umgebung beliebt, sondern vor allem auch bei den Dauercampern. Nicole Haushofer aus Feldbach in der Steiermark ist eine davon. Sie campt schon das zweite Jahr in Rauchwart und ist von Mai bis September fast jeden Tag hier anzutreffen.

„Samstags arbeite ich und fahre dann immer vom Campingplatz in die Arbeit nach Gleisdorf“, erzählt die überzeugte Dauercamperin.

Freundliche Nachbarn im „zweiten Wohnzimmer“

Ihr „Nachbar“, Hans Döller aus Gloggnitz in Niederösterreich, besucht den Campingplatz in Rauchwart heuer schon zum achten Mal. Seine Frau, die noch berufstätig ist, kommt dann am Wochenende ins zweite Wohnzimmer an den See. Nachbarschaftsstreit? Kennt man am Campingplatz nicht.

„Wir Nachbarn verstehen uns eigentlich alle gut. Ich musste meinen Wohnwagen noch nie umparken“, erklärt Haushofer schmunzelnd. Ein Highlight für die Dauercamper von Rauchwart sind die Grillfeste mit Livemusik, die hier jeden Dienstag stattfinden. Um sich im auch im Urlaub wie zu Hause zu fühlen, darf sich jeder Camper seinen Stellplatz gestalten, wie er möchte und, man höre und staune: auch Campingplätze haben „Straßenbezeichnungen“. Wie zum Beispiel die Obelixstraße. „Dort sind die Lustigen daheim“, informiert man die BVZ im Gespräch.

Dauercamper und das Klischee vom Grillen

Ihren Namen bekam die Straße von Herrn Leskowa, einem Dauercamper, der stets ein blau-weiß gestreiftes Badetuch trug und damals noch ein paar Pfunde mehr auf den Rippen hatte.

Mittlerweile gibt es auf dem Campingplatz ihm zu Ehren sogar schon eine große Obelix-Fahne und selbstverständlich auch ein eigenes Straßenschild. Auf dieser Flagge befinden sich die Unterschriften der Familie Leskowa, so wie ein blaues Licht. „Damit in der Nacht ja jeder wieder heim findet“, erklärt der Rest der Obelix-Familie lachend.

Die Familie Leskowa ist am Campingplatz von Rauchwart gut bekannt. Jedes Jahr kam ein Familienmitglied dazu. „Ich habe von einer Bekannten von Rauchwart gehört“, so Frau Leskowa, die schon seit 1991 ihren Sommer hier verbringt und längst ein echter Camping-Profi ist.

„Ich war begeistert von diesem Platz und habe gleich meinen Brüdern davon erzählt“. Inzwischen besitzen die auch schon mehrere Platzerl mit ihren Familien. Streitereien hat es unter den „Anrainern der Obelix-Straße“ noch nie gegeben. Einmal hat sich jemand beschwert, wir wären zu laut. Aber die waren doch nur neidisch, weil?s bei uns immer so lustig ist“, erzählt einer der Leskowa-Brüder augenzwinkernd.

Obelix-Straße für Feinschmecker

Gegenüber „wohnt“ Peter Rumpler, bei dem sich meist die ganze Nachbarschaft versammelt und wo auch gerne mal ein Straßenfest samt Musik stattfindet. Dass sich Dauercamper fast ausschließlich vom Grill ernähren, stimmt sogar. Zumindest in der Obelix-Straße in Rauchwart. „Es geht einfach am schnellsten und schmeckt immer herrlich gut“, erklärt Rumpler. Was die Camper besonders schätzen, ist die Hilfsbereitschaft untereinander und das „gmiadliche zamsitzen“.

Und ein „Obelix“-Familienmitglied sagt abschließend: „Hier kann ich herumlaufen, wie es mir passt. Ich bin an keine Kleidervorschrift gebunden, wie das in Hotels oft üblich ist. Campen, das ist noch Freiheit pur.“