Erstellt am 04. Januar 2012, 00:00

Die „Alte Feuerwehr“ steht vor dem Aus. HILFERUF / Der Mietvertrag von Petra Gigler-Poten wurde nicht verlängert. Erika Venus wendet sich in Brief an die Gemeinde.

VON CARINA GANSTER

HEILIGENKREUZ / Mit 31. Dezember gehört die Plattform „Alte Feuerwehr“ der Vergangenheit an. Vier Jahre lang war sie ein Teil vom „Lebendigen Südburgenland“ – organisiert wurden alle Veranstaltungen von Petra Gigler-Poten, die nun nicht ganz freiwillig ihren Hut nimmt. „Mit viel Wehmut“, wie sie selbst meint. Der Abschied von Gigler-Poten und der „Alten Feuerwehr„ kam ziemlich plötzlich. Hauptgrund sind die Forderungen seitens der Gemeinde nach höheren Mieten, denen Gigler-Poten nicht Folge leisten kann. Laut ihr gibt es seitens der Gemeindeführung zu wenig Interesse an einer Fortführung des Projektes. „Ein wenig Stolz ist auch dabei“, sagt Gigler-Poten, denn sie sei es leid, immer bei der Gemeindeverwaltung betteln zu müssen.

„Für mich ist es sehr schade, wenn ein solches Projekt unterbrochen wird. Viele Gäste und Einheimische haben sich auf unsere Institution verlassen, ein paar der Künstler oder Selbstvermarkter haben durch uns den Mut gewonnen, sich selbstständig zu machen“, blickt Gigler-Poten wehmütig zurück. Bürgermeister Anton Györy und Vizebürgermeisterin Martha Planer berufen sich auf die hohen Instandhaltungskosten und geringen Mieteinnahmen und auf eine Empfehlung seitens der Landesregierung, die aufgrund der bekannt schlechten finanziellen Lage der Gemeinde geraten hat, gewisse Gebäude zu vermieten oder zu verkaufen. „Deshalb werden wir das Gebäude zu so einem niedrigen Preis wie bisher nicht mehr weitervermieten“, meint Planer.

Niemand hat sich auf die  Ausschreibung gemeldet

„Wir haben vor einem Jahr, die ,Alte Feuerwehr‘ zur Vermietung und auch zum Verkauf ausgeschrieben. Es hat keinen Interessenten gegeben. Auch Petra Gigler-Poten hat sich nicht beworben, obwohl wir die Ausschreibung drei Mal verlängert haben. Sie hätte also eine Chance gehabt“, geht der Ortschef hart mit Gigler-Poten ins Gericht.

„Als Einzelperson kann man keine Förderungen bekommen. Ohne Geld kann man die Grenze des Provisoriums, was die ‚Alte Feuerwehr‘ mit Sicherheit war, nicht überwinden, auch wenn es für Stammkunden eine Institution war. Ich hätte mir mehr Hilfe erwartet und keine Aktionen hinter meinem Rücken“, begründet Gigler-Poten ihre Entscheidung, sich nicht zu bewerben. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Zukunft des Gebäudes. „Für uns ist die derzeitige Situation nicht tragbar. Es soll ein Dorfzentrum entstehen, dass allen Bürgern und Vereinen zur Verfügung steht“, so die Vorstellung von Planer. Wie es konkret mit der „Alten Feuerwehr“ weitergehen soll, ist aber weiter offen.

Die Künstlerin Erika Venus hat sich in einem Brief an den Bürgermeister gewandt und hofft auf ein „Weiterleben“ der Institution. „Dieser Ort der Kommunikation, Tradition und Vernetzung von Kulturen sowie der Integration aller Menschen ist eine einzigartige Bereicherung. Ich fände es sehr schade, wenn diesem Betreiben der Garaus gemacht würde. Ich hoffe, dass sich Verantwortliche der Einzigartigkeit ihres ,Veranstaltungszentrums‘ bewusst sind und daraus ein Projekt zur regionalen Identität werden lassen.“