Erstellt am 14. September 2011, 00:00

Die Gläubiger fordern über 61 Millionen Euro. KONKURS / Blue Chip soll schon bald verkauft werden. Am Montag fand die erste Tagsatzung im Landesgericht Eisenstadt statt.

GÜSSING / Das Photovoltaik-Unternehmen Blue Chip Energy GmbH musste Konkurs anmelden, die BVZ berichtete. Am 1. September wurde ein Sanierungsantrag zurückgezogen, und Blue Chip in ein Konkursverfahren überführt. Die Gläubiger fordern 61,8 Millionen Euro. Am Montag fand die erste Tagsatzung im Landesgericht Eisenstadt statt.

Blue Chip Energy hatte zuletzt 108 Mitarbeiter. Das Unternehmen wurde mit EU-Förderungen in Millionenhöhe 2007 aufgebaut und hatte 2010 den burgenländischen Innovationspreis gewonnen. Fest steht, dass das Unternehmen verkauft werden soll. Ende Oktober ist als ein Ziel genannt worden.

Die Gutachten zur Betriebsliegenschaft und zum Maschinenpark stehen aber derzeit noch aus. Die Hausbank, die Raiffeisenbank Burgenland, hat ein Pfandrecht in Höhe von sieben Millionen Euro auf der Liegenschaft, und auch Eigentumsvorbehalte an den Maschinen geltend macht. Damit hat die Bank beim Verkauf ein wesentliches Mitspracherecht. Bereits vor Wochen hatte es geheißen, dass es zahlreiche Interessenten gäbe. Peter Schmitl, Chef der Wirtschaftsservice Burgenland Ag (Wibag), die etliche Millionen an Förderungen in die Blue Chip pumpte, spricht von 20 Interessenten. Der Eisenstädter Rechtsanwalt und Masseverwalter Wilhelm Lackner gibt dazu aber keine Auskünfte. Was für Schmitl aus technischen Gründen nicht in Frage kommt, ist, dass ein Käufer das High-Tech-Werk in Güssing abbaut und irgendwo auf der anderen Seite des Erdballs wieder aufbaut. Derzeit werden zivilrechtliche Ansprüche gegen die Geschäftsführung geprüft.