Erstellt am 04. Januar 2012, 00:00

Dorfbus wird trotz Kritik erweitert. VERKEHR / Neustift bei Güssing ist ein neuer Partner des Dorfbusses von Klein- und Großmürbisch, Inzenhof und Tschanigraben. Ein weiteres Fahrzeug wird angekauft. REGION / Das Projekt „Dorfbus“ läuft seit 1. Dezember 2009.

Die Nachfrage ist laut den Bürgermeistern der Gemeinden Kleinmürbisch, Inzenhof, Tschanigraben und Großmürbisch so groß, dass eine Erweiterung nach nur zwei Jahren Laufzeit unumgänglich ist. „Außerdem gesellt sich die Gemeinde Neustift bei Güssing zu uns, sodass wir im Bereich Mobilität noch schlagkräftiger werden“, so die vier Ortschefs unisono.

Die Erweiterung bedeutet den Ankauf eines zweiten Fahrzeuges und die Einstellung einer/es zusätzlichen Fahrers/in. „Einsparungen und Schließungen von Buslinien in unseren Gemeinden haben bei uns zu eklatanten Problemen in der Nahversorgung bei der nicht-mobilen Bevölkerung geführt. Die Fragen, wie komme ich zum Arzt, zum Einkaufen oder zu Behörden, wenn Kinder oder Verwandte in der Arbeit sind, bleiben für ältere, nicht-mobile Bürger immer öfter unbeantwortet“, führt Martin Frühwirth, Bürgermeister von Kleinmürbisch und Dorfbus-Obmann aus.

Die Kritik, der Dorfbus sei eine Konkurrenz zu Linienbussen, weist Frühwirth zurück: „Der Bus bringt keine Schüler in die Schule, das machen nach wie vor Unternehmen. Der Dorfbus bringt Schüler zur Bushaltestelle und nicht-mobile Bürger zu den Bushaltestellen oder zu Ärzten und Behörden nach Güssing. Zwei Kilometer Entfernung zur Bushaltestelle sind einfach unzumutbar, das erledigen wir. Die Wege in unsere Streusiedlungen betragen für viele Bewohner mehrere Kilometer bis zur nächsten Bushaltestelle, sofern es überhaupt eine Busverbindung gibt.“

Auch Landesrätin Verena Dunst, die das Projekt unterstützt, weist jede Kritik zurück: „Dorfbus-Fahrgäste würden sich kein Taxi rufen. Außerdem ist der Dorfbus kein Geschäft, ich lade alle Taxiunternehmen ein, eine Lösung zu präsentieren.“ Auch die Sicherheit der Fahrgäste wird seitens der Taxiunternehmen immer wieder in Frage gestellt. Dunst kontert: „Welcher Bürgermeister würde sich in diesem Fall darauf einlassen?“

Drei Arbeitsplätze vor Ort wurden durch das Projekt geschaffen. „Unser Ziel ist es, Maßnahmen zu setzen, um Abwanderung in unserer lebenswerten Region zu stoppen und den Menschen in unserer ohnehin benachteiligten Randregion ein Gefühl der Sicherheit im Bereich der Nahversorgung zu geben“, so Frühwirth.“ Der „Dorfbus“ wird über den Verein Mobilität für die Gemeindebürger der Gemeinden Kleinmürbisch, Inzenhof, Tschanigraben, Großmürbisch und Neustift bei Güssing geführt. Träger dieses Vereines sind die genannten Gemeinden.