Erstellt am 28. Dezember 2011, 00:00

Drei Gemeinden haben die Zukunft in der Hand. JUGENDMOBILITÄT / Königsdorf, Eltendorf und Mogersdorf stimmen über eine Fortführung des Discobusses ab: Projekt wackelt.

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VON CARINA GANSTER

BEZIRK / Wie die BVZ bereits berichtete, hätte vor Weihnachten entschieden werden sollen, ob der Discobus in den Regelbetrieb wechselt oder nicht. Discobus-Obmann Christian Illedits hat eine Entscheidung für den 23. Dezember angekündigt: „Weil wir zu Silvester wieder mit dem Bus fahren wollten.“ Der Probebetrieb hat am 17. Dezember geendet, seitdem fährt kein Discobus mehr im Bezirk Jennersdorf.

Der Verein Discobus braucht von den Gemeinden gültige Gemeinderatsbeschlüsse, um die Projektkosten zu bestimmen und somit den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Die Gemeinden Dt. Kaltenbrunn, Rudersdorf, St. Martin an der Raab, Minihof Liebau und Mühlgraben haben dem Betrieb bereits zugestimmt. Weichselbaum, Jennersdorf, Heiligenkreuz und Neuhaus am Klausenbach haben eine Teilnahme ausgeschlossen. Nun fehlen noch die Entscheidungen aus Königsdorf, Eltendorf und Mogersdorf. Im Falle einer Absage würden die Kosten für die Teilnehmer-Gemeinden immens steigen. „Wir müssen abwarten, wie sich diese Gemeinden entscheiden und dann überlegen wir, was wir machen“, meint Illedits, der sich trotz schwindender Hoffnung auf einen Regelbetrieb des Busses „vorsichtig optimistisch“ zeigt.

Laut VP-Bürgermeister Josef Korpitsch wird die Gemeinde Mogersdorf nicht am Projekt „Discobus“ teilnehmen. Grund sind die „geringe Auslastung und die zu hohen Kosten“. Königsdorfs VP-Bürgermeister Franz Spirk überlässt seinem Gemeindevorstand die Entscheidung: „An den letzten zwei Wochenenden während des Probebetriebes ist in Königsdorf kein einziger Gast in den Discobus eingestiegen. Die Inanspruchnahme ist also äußerst gering, trotzdem ist eine Teilnahme nicht ausgeschlossen.“ Ähnlich die Situation auch in Eltendorf: „Im Schnitt fahren bei uns drei Leute mit dem Bus, die Frequenz ist also sehr niedrig. Der Gemeinderat wird entscheiden“, sagt VP-Bürgermeister Alexander Wiesner.

Bundesförderungen sollen  2012 erheblich sinken

Falls es doch zu einem Regelbetrieb des Discobusses kommt, wird es nur mehr eine Linie nach Ilz ins Baby‘O geben. Aufgrund der geringen Fahrgastzahlen wurde der Discobus schon während des Probebetriebes ins MCM nach Feldbach eingestellt.

Ein weiteres Problem für die Gemeinden ist, dass die Förderungen für den Discobus aus dem Nahverkehrstopf des Bundes im Jahr 2010 nur mehr 72 Prozent betrugen. Für das Jahr 2011 sind laut Discobus-Geschäftsführer Thomas Hoffmann noch keine Fördersummen berechnet oder gar ausbezahlt worden.

Für das kommende Jahr 2012 hat der Bund nun den Förderschlüssel geändert. Der Trend entwickelt sich weiter nach unten. Für 2012 müssen die Gemeinden mit erheblich weniger Förderungen rechnen. Von bis zu 50 Prozent weniger war im Vorfeld die Rede. Discobus-Obmann und SPÖ-Klubobmann Christian Illedits beruhigt und erklärt: „Alle Gemeinden aus dem ganzen Burgenland erhalten gleich viel Förderungen. Die Fördersummen werden jeweils per Ende des Jahres ausbezahlt. Auch wenn die Prognosen eher vorsichtig gemacht werden, sind wir trotzdem optimistisch. Dennoch wissen wir jetzt noch nicht, wie viel die Gemeinden am Ende des Jahres zurück bekommen.“

Falls der Discobus bleibt, wird es nur mehr eine Linie geben.