Erstellt am 31. Juli 2013, 00:00

Drei Orte, ein Projekt. Zusammenarbeit / Eberau, Dt. Schützen und Szentpeterfa (Ungarn) bauten Kläranlage. Projekt gilt als Musterbeispiel für Kooperation.

Von Michael Pekovics

BEZIRK GÜSSING / Die Gemeinden des Pinkatals gelten schon länger als Musterknaben, was grenzüberschreitende Projekte betrifft. In der Vorwoche wurde nun DAS Vorzeigeprojekt schlechthin eröffnet – die gemeinsame Kläranlage der Gemeinden Eberau, Dt. Schützen und Szentpeterfa.

Gebaut wurde die Kläranlage in der ungarischen Gemeinde, sie liegt aber nur rund zwei Kilometer südlich von Eberau und entspricht den modernsten europäischen Standards. Der Neubau war notwendigen geworden, weil die alte Anlage schon in die Jahre gekommen war.

Für die ÖVP-Bürgermeister der burgenländischen Gemeinden war das Projekt auch deshalb interessant, weil Kosten gespart werden konnten: Einerseits, weil die Baukosten in Ungarn billiger sind, andererseits weil durch die größere Dimensionierung die Kosten für die einzelnen Gemeinden noch einmal sinken.

Die Anlage ist nämlich relativ groß dimensioniert und für 4.000 Menschen ausgelegt. Neben Eberau (rund 1.000 Einwohner) und Szentpeterfa (rund 1.000 Einwohner) sind auch die 70 Weinkeller vom Dt. Schützener Ortsteil Edlitz angeschlossen. Insgesamt kostete das Projekt rund 1,6 Millionen Euro (1,1 Mio. Euro Szentpeterfa; 225.000 Euro Eberau; 262.000 Euro Dt. Schützen), 78 Prozent davon wurden von der Europäischen Union finanziert, die Bauzeit betrug gerade einmal ein Jahr.

Minister Berlakovich überzeugt vom Nutzen

Dass bei der Eröffnung sogar Minister Niki Berlakovich (ÖVP) anwesend war, zeigt den großen Stellenwert des Projekts und streicht die Signalwirkung hervor. „Diese Zusammenarbeit zeigt uns, dass in einem modernen Europa administrative Grenzen kein Hindernis sein dürfen“, betont Berlakovich. Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) argumentiert ähnlich: „Ein wichtiges Signal für die zukünftige Zusammenarbeit der Grenzregionen.“

Im Zuge des Ausbaus der Kläranlage wurde auch das Kanalnetz erweitert, um das steigende Volumen des in Österreich entstehenden Abwassers zur Kläranlage ableiten zu können. Außerdem wurde eine moderne biologische Reinigungstechnologie eingebaut.
 



Daten und Fakten:

  • Gesamtbudget 1,6 Mio. Euro, davon EU-Förderungen in der Höhe von 78 Prozent.
  • 3.086 Meter Druckleitungen
  • 205 Meter Kanalnetz
  • 2.653 Meter erneuertes Kanalnetz
  • 3 Abwasserpumpanlagen