Erstellt am 18. Februar 2015, 07:05

von Michael Pekovics

Justiz ermittelt wegen Wassererlebniswelt. Thema Fördergelder: Prüfungsausschuss-Obmann Rudolf Hye beschuldigt Johann Weber, Werner Laky, Peter Schlaffer und Walter Strobl.

Verdächtig laut Rudolf Hye: Eberaus Ortschef Johann Weber. Ob Anklage erhoben wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft Eisenstadt: »Wir erheben derzeit den Sachverhalt.«  |  NOEN, Michael Pekovics
Die politischen Wogen rund um die Wassererlebniswelt Südburgenland schlagen nun auch hohe Wellen in der Justiz.

Bürgermeister samt Vorgängern im Fokus

Rudolf Hye, Obmann des Eberauer Prüfungsausschusses und für die SPÖ und Bürgerliste (SP BL) im Gemeinderat, hat eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt geschickt.

Darin verdächtigt er die beiden amtierenden Ortschefs Johann Weber und Werner Laky beziehungsweise deren Vorgänger Walter Strobl und Peter Schlaffer (alle ÖVP) der „strafrechtlich relevanten Handlungen“.

Im Gespräch mit der BVZ spricht Hye sogar von „Betrug, Urkunden- und Bilanzfälschung“.

Sorgen Spielgeräte für juristisches Nachspiel?

Konkret geht es um den Kauf von Spielgeräten um 150.000 Euro im Jahr 2008 durch die Weinidylle GmbH für die Wassererlebniswelt, die im Juni 2011 eröffnet wurde. Dann sollen diese Spielgeräte aber an den Kulturverein Moschendorf weiterverkauft worden sein.

„Der Kulturverein erhielt dafür eine Förderung von 105.000 Euro“, sagt Hye: „Eine Rechnung dafür wurde nicht vorgelegt. Die Förderung wurde zwischen Eberau und Moschendorf aufgeteilt und als Eigenkapital in die Wassererlebniswelt eingebracht“, so Hye.

„Die Steuerberaterin weiß davon nichts“

Zudem scheinen die Spielgeräte im Anlagenspiegel der Wassererlebniswelt auf und werden auch abgeschrieben. „Die Steuerberaterin weiß davon nichts. Im Nachhinein wurde versucht, Rechnungen zu konstruieren“, sagt Hye und kritisiert, dass „dem Prüfungsausschuss seit 1,5 Jahren Bilanzen und Unterlagen vorenthalten werden“

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Die beiden amtierenden Bürgermeister kontern und verweisen auf die bereits erfolgten Prüfungen: „Alle haben ihren Sanktus gegeben: das Finanzamt, das Land und auch die Förderstellen“, sagt Laky (Foto links).

Und auch sein Amtskollege Weber ist sich sicher, dass „alles nachvollziehbar ist: Die Weinidylle hat gezahlt, der Naturpark hat gekauft und der Betrag wurde dann wieder als Eigenleistungsanteil in die Weinidylle eingebracht.“

Nachsatz: „Aber da liegen einige Rechnungen nicht vor, deswegen diese Aufregung.“ Die für ihn dennoch nur ein Sturm im Wasserglas ist: „Große Wellen, aber nichts dahinter.“