Erstellt am 28. Mai 2014, 11:07

von Michael Pekovics

Eberau unter Schutz?. Geschichte / Bundesdenkmalamt hat ein Auge auf den Dorfplatz (Anger) von Eberau geworfen. Mehrere Gebäude könnten unter Denkmalschutz gestellt werden – auch ohne Zustimmung.

Historisch wertvoll. Das 1914 errichtete Gasthaus Buch ist laut Peter Adam ein »markantes ungarisches Jugendstilgebäude«. Foto: Archiv  |  NOEN, Archiv
Das Bundesdenkmalamt hat ein Auge auf Eberau geworfen, genauer auf einige Gebäude am Dorfplatz beziehungsweise auf den Anger selbst. „Wir wussten schon immer, dass Eberau einige schöne Objekte hat“, sagt Landeskonservator Peter Adam. „Im Vergleich zu anderen Orten hat Eberau eine tolle historische Bausubstanz.“

Auch weitere Objekte kämen in Frage

Derzeit stehen in der Großgemeinde 17 Gebäude unter Denkmalschutz. Vorwiegend sind es Kirchen, aber auch der Pfarrhof und das Schloss fallen darunter. Auslöser des aktuellen Interesses des Denkmalamts war eine Anfrage von Michael Muhr, der sein Kulturforum gerne unter Denkmalschutz stellen lassen würde.

Laut Amtmann Thomas Schreiner gebe es aber noch weitere Objekte, die infrage kämen: „Mir würden sofort sieben bis acht Häuser einfallen.“

Heute, Mittwoch, gibt es einen ersten Termin des Bundesdenkmalamts mit Gastwirt Hannes Buch. Sein Wirtshaus ist ein markanter ungarischer Jugendstilbau, der den Mitarbeitern des Denkmalamts sofort aufgefallen ist. „Ich höre mir einmal an, worum es da genau geht. Ein Haus unter Denkmalschutz ist dann in weiterer Folge ja nicht so einfach umzubauen“, gibt Buch zu bedenken.

„Die Umwegrentabilität ist enorm“

Für Landeskonservator Adam geht es nun zunächst darum, guten Kontakt zu den Eigentümern herzustellen: „Das erleichtert die Zusammenarbeit enorm, auch wenn wir eigentlich keine Zustimmung brauchen.“ Im Burgenland gehe es oft auch darum, den Menschen bewusst zu machen, was sie eigentlich haben: „Denkmalgeschützte Gebäude lassen sich auch touristisch gut vermarkten, die Umwegrentabilität ist enorm.“

Und für die Besitzer gebe es auch weitere Vorteile wie Bundes- und Landesförderungen sowie steuerliche Begünstigungen. Derzeit ist laut Adam noch nicht entschieden, ob überhaupt Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden: „Aber das Interesse ist groß.“