Erstellt am 05. Februar 2014, 23:59

von Carina Ganster

Ein Stück Geschichte. Gerersdorf / Landwirt Roland Neubauer fand ein Steinbeil aus der Kupferzeit zufällig bei Traktorarbeiten auf seinem Feld.

Das vermutliche »Steinstück«, welches Roland Neubauer bei Arbeiten mit seinem Traktor auf einem Feld gefunden hat (Foto), ist tatsächlich ein Steinbeil aus der Bronzezeit und somit rund 4.000 Jahre alt.  |  NOEN
Von Carina Ganster

Das vermutliche „Steinstück“, welches Roland Neubauer bei Arbeiten mit seinem Traktor auf einem Feld gefunden hat, ist tatsächlich ein Steinbeil aus der Bronzezeit und somit rund 4.000 Jahre alt.

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Archäologie Hannes Herdits vom Landesmuseum hat bestätigt, dass im Burgenland bisher kaum ein so gut erhaltenes, schönes Stück gefunden wurde.

„Der grünliche Stein stammt aus der Gegend von Bernstein und ist relativ weich. Das Beil war auch kein Werkzeug, sondern eine Waffe, aber in erster Linie war es ein Prestigeobjekt. Was heute vielleicht ein teures Auto darstellt, das war früher so ein Steinbeil, das sich nur reiche Bauern leisten konnten“, erklärt Herdits.

Fund auf historischem Boden

Bisher sind im Südburgenland wenige Fundstellen bekannt, an denen Steinbeile der Kupferzeit gefunden wurden. „Das Steinbeil beweist einmal mehr, dass diese Gegend schon sehr lange besiedelt ist“, sagt Herdits.

Auch Gerersdorf ist geschichtsträchtiger Boden. Hier stand im 15. Jahrhundert eine Wasserburg, deren Reste heute noch zu erahnen sind. Beim Umgang mit archäologischen Funden bittet Herdits um die Mithilfe der Bevölkerung.

„Viele Funde werden nicht gemeldet, aus Angst, man müsse sie abgeben. Aber das ist nicht so. Die Fundstelle wird in einer Karte markiert und dann darf man die Gegenstände wieder mitnehmen“, erklärt Herdits.