Erstellt am 23. März 2011, 00:00

Einbruch beim Pfarrer. URTEIL / Zwei Ungarn brachen in das Wohnhaus eines Geistlichen ein. Jetzt wurden sie zu Haftstrafen verurteilt.

BEZIRK GÜSSING /  „Die Feiertage standen vor der Tür, wir hatten kein Geld“, versuchte der angeklagte 32-jährige Gelegenheitsarbeiter aus Ungarn zu erklären, warum er am 18. Dezember 2010 ins Burgenland einreiste und dort eine Straftat beging.

Gemeinsam mit einem 48-jährigen Eisenhändler steuerte er das Haus eines Pfarrers aus dem Bezirk Güssing an. Der Eisenwarenhändler leistete Aufpasserdienste, während der wegen Diebstahls in Österreich und Ungarn vorbestrafte Gelegenheitsarbeiter die Haustüre aufbrach.

Beide bestritten, danach im Haus Schreibtischschubladen aufgebrochen zu haben: „Schreibtisch habe ich keinen gesehen“, behauptete der Gelegenheitsarbeiter. „Ich war es nicht, der andere war es auch nicht“, fügte sein Kumpel hinzu.

„Man hat aber im Haus Ihre Fußspuren gefunden“, hielt Richterin Mag. Karin Knöchl dem Angeklagten vor. Als der Pfarrer nach Hause kam, flüchteten die Ungarn, wobei sie von einer Augenzeugin beobachtet wurden. Auf der Heimfahrt stoppte sie ein Verkehrsunfall und die Polizei konnten die beiden Verdächtigen verhaften.

Beide Männer gaben schlussendlich doch vor Gericht zu, aus dem Haus des Pfarrers 260 Euro Bargeld gestohlen zu haben. Um das Gericht milde zu stimmen und auch den Sachschaden gutzumachen, überreichten die beiden Täter im Gerichtssaal 1.000 Euro an den Pfarrer. „Damit ist alles erledigt“, erklärte dieser. „Nur meine seelische Angst bleibt.“ „Ein gutes Schloss oder eine Alarmanlage reichen, um Einbrecher abzuhalten“, riet die Richterin dem Pfarrer.

Die beiden Ungarn beteuerten, nicht gewusst zu haben, dass sie das Haus eines Geistlichen für ihre Straftat ausgewählt hatten. „Bevor ich bei einem Pfarrer eingebrochen wäre, hätte ich meine eigene Hand abgehackt“, entschuldigte sich der Gelegenheitsarbeiter.

Der Schöffensenat verurteilte den vorbestraften jüngeren Mann zu 20 Monaten Freiheitsstrafe, den älteren Mittäter zu 14 Monaten Haft. Das Urteil ist rechtskräftig.