Erstellt am 23. November 2011, 00:00

Einzig die Infrastruktur in der Stadt ist „gut“. CITYCHECK /  Ambiente, Branchenmix und Infrastruktur wurden von einem Gutachterteam genau unter die Lupe genommen.

VON CARINA GANSTER

JENNERSDORF / Die südlichste Bezirkshauptstadt des Burgenlandes wurde von einem Gutachterteam des Kompetenzzentrums für Stadt- und Regionalentwicklung und Marketing im öffentlichen Sektor (CIMA) genau unter die Lupe genommen. Getestet wurden unter anderem das Ambiente, der Branchenmix und die Infrastruktur in der Stadt. Das Ergebnis fällt alles andere als positiv aus – Verbesserungspotenzial ist laut den Gutachtern vor allem beim Branchenmix gegeben.

Als besonders bemüht beschrieben die Tester das Ambiente der Bezirkshauptstadt. Der Eindruck, die Aufenthaltsqualität zu steigern, wurde erweckt. Besonders gut schnitt der Zustand der Fassaden ab. Leider beeinträchtigt der starke Durchzugsverkehr das Ambiente der Stadt, heißt es im Bericht. Im Schulnotensystem wurde hierfür ein „sehr schwach“ vergeben. „Eine harte Beurteilung“, für Bürgermeister Willi Thomas, der aber auch großes Aufholpotenzial in seiner Stadt sieht, auch wenn schon viel verbessert wurde. „Das ist einer der Gründe, warum wir eine Umfahrung für Rax und Jennersdorf fordern, der Schwerverkehr hat in der Stadt nichts verloren. Wir sind jetzt aber auf einem guten Weg, diese Probleme in den nächsten Jahren in den Griff zu bekommen“, so der Stadtchef. Auch die Passantenfrequenz ließ nach Meinung der Gutachter zu wünschen übrig. Für das Gebäude-Ensemble gab es von den Testern ein „mittelmäßig“.

Der seit Jahren von Politikern, Bürgern und Unternehmern kritisierte fehlende Branchenmix stellt für die Stadt Jennersdorf das größte Problem dar. Dieser fiel bei den Testern eindeutig durch. Einzig die Verfügbarkeit der Schanigärten erhielt ein „gut“, das Immobilien-Potenzial erhielt die Bewertung „mittelmäßig“ und das Angebot für den mittelfristigen Bedarf wurde mit „sehr schwach“ bewertet. Schuld daran seien das ausgedünnte Angebot der Innenstadt sowie die zahlreichen leer stehenden Objekte gewesen.

Die Gestaltungselemente wie Bodenbelag oder Beleuchtung wurden mit „sehr gut“ bewertet. Verbesserungspotenzial sahen die Tester bei den Bummelzonen und dem Hotel-Leitsystem.

„Es wurden bereits viele zielführende Projekte umgesetzt, vieles wird aber erst mit der Zeit entstehen. Projekte wie die Verbesserung des Branchenmix stehen in Jennersdorf allerdings an erster Stelle“, sagt Stadtmarketingleiter Diethard Mausser. Persönlich wünscht sich Mausser, dass Jennersdorf so lebenswert bleibt, wie es ist und der wirtschaftliche Faktor künftig noch mehr Gewicht erhält.