Erstellt am 05. März 2014, 10:21

von Michael Pekovics

Eklat bei Übergabe. Ollersdorf / 150 Bürger wandten sich an Bürgermeister Strobl, weil Schneeräumung nicht funktioniert hatte. Bei der Übergabe ging?s rund.

Verärgert. Isabell Strobl und Robert Hacker im Gemeindeamt.  |  NOEN
Von Michael Pekovics

Die missglückte Schneeräumung in Ollersdorf vor einigen Wochen (die BVZ berichtete) sorgt weiter für Wirbel. Am Montag übergab Anrainerin Isabell Strobl 150 Unterschriften von Bürgern, die mit dem Ablauf der Schneeräumung nicht einverstanden waren. Doch bevor Bürgermeister Bernd Strobl die Unterschriften annahm, gab es ein Wortgefecht zwischen den beiden.

„So kann man als Bürgermeister nicht mit Bürgern umgehen“

x  |  NOEN
Besonders folgende Aussage des Ortschefs regt Isabell Strobl auf: „Er hat gesagt ‚Du kannst das ablegen, dann sind wir fertig. Ansonsten ruf ich 52233 an, wenn du nicht bereit bist, das Amt zu verlassen, und lass dich abführen.‘ So kann man als Bürgermeister nicht mit Bürgern umgehen, ich werde ja wohl noch Fragen stellen dürfen?“

Bürgermeister Strobl meint im Interview mit der BVZ, dass er der Bürgerin nicht gedroht habe: „Wenn sie das Gefühl hatte, dass ich sie rausgeschmissen habe, dann soll sie es haben. Die Gemeindebediensteten und andere im Nebenraum anwesende Bürger haben es anders miterlebt.“ Er gibt aber auch zu, dass „durch die geladene Stimmung durchaus Provokationen gekommen sein könnten. Oft ist es besser, man sagt gar nichts.“

Unklarheit bezüglich Übernahme-Option durch Vize

Für die Anrainerin ist das jedenfalls nicht genug: „Wir wollen doch nur, dass die Schneeräumung im nächsten Winter funktioniert – in allen umliegenden Gemeinden gab es auch keine Probleme, nur bei uns in Ollersdorf, weil der Bürgermeister Urlaub war.“

Der Ortschef wiederum sieht „höhere Gewalt“ durch „unvorgesehenes Wetter“ und meint: „Wir müssen akzeptieren, dass es Naturereignisse gibt. Jetzt wird versucht, daraus Kapital zu schlagen.“

Nach wie vor ist unklar, ob Vize Norbert Seldte die Amtsgeschäfte aufgrund der Notlage einfach übernehmen hätte können. Aus der Gemeindeabteilung heißt es dazu, dass „wenn sofortiges Handeln notwendig ist, der Vize die Geschäfte übernehmen kann.“

Zusatz: „Ob das so ist, hat der Vize selbst zu entscheiden. Eine konkrete Regelung gibt es dafür aber nicht, das ist von Fall zu Fall verschieden.“ Isabell Strobl bleibt dabei: „Strobl hätte an den Vize übergeben müssen.“