Erstellt am 29. Mai 2013, 00:00

Es geht um die Sicherheit. Erdrutsche / Ortschefs und Bürger drängen auf rasche Sanierung. Behörde bremst und will im Hinblick auf die Raumplanung durchdachte Gesamtlösung. Kosten für Gemeinden explodieren.

Hang rutscht. Auch in Mogersdorf bewegt sich die Erde seit dem Wochenende. Ein 100 Meter langes Straßenstück ist betroffen. Bürgermeister Josef Korpitsch beim Lokalaugenschein mit Bewohnern.Decker  |  NOEN, Decker
Von Carina Ganster

REGION / Zwei Monate ist es nunmehr her, dass zahlreiche Gemeinden im Bezirk Jennersdorf von starken Hangrutschungen heimgesucht wurden. Vor allem die Gemeinden Neuhaus am Klausenbach, Eltendorf, Jennersdorf und Weichselbaum sind betroffen. In den vergangenen Wochen hat sich vor allem in Sachen „bürokratische Arbeitsleistung“ – hin vom Erstellen eines Gutachtens bis zur Einreichung der Unterlagen an den Katastrophenfond – viel getan, aktive Arbeitsleistungen an den beschädigten Hängen, Straßen und Gebäuden gab es jedoch nur sehr wenige.

„Informationsfluss zwischen den zuständigen Stellen ist beschränkt"

Weichselbaums Bürgermeister Willi Herbst spricht das Problem an: „Auf die Gemeinden und auch die privaten Haushalte, die von den Erdrutschen stark betroffen sind, kommen umfangreiche Arbeiten zu, die viel Geld kosten. Niemand weiß, wie viel die Geschädigten davon selbst aufbringen müssen und wie viel, durch Förderungen abgedeckt wird. Kostenschätzungen sind nur sehr vage. Auch der Informationsfluss zwischen den verschiedenen zuständigen Stellen ist beschränkt“, erklärt der Ortschef.

Ähnlich angespannt ist die Situation auch in Neuhaus am Klausenbach, wo Bürgermeister Helmut Sampt auf eine Sitzung (Anm. gestern Dienstag, nach Redaktionsschluss) mit Bezirkshauptmann Hermann Prem gehofft hat. Diese wurde allerdings kurzerhand abgesagt. Die Verunsicherung ist groß, Ortschef vermuten schlechte Nachrichten. Der Behördenleiter versucht jedoch zu beruhigen.

Jennersdorf und Minihof Liebau haben bereits Kostenschätzungen

„Zwecks der Festlegung einer weiteren Vorgehensweise in den betroffenen Orten, gibt es heute Mittwoch eine Besprechung in der Landesregierung. Die Überlegungen müssen nämlich grundlegend angestellt werden. Es ist geschickter, die Sache auf einer breiten Basis zu lösen, als in schnellen unüberlegten Aktionen. Die Inhalte der Sitzung gehen vor allem dahin, dass die Raumplanung eingebunden wird“, erklärt Hermann Prem.

Die Gemeinden Jennersdorf und Minihof Liebau hingegen haben bereits teilweise Kostenschätzungen. In Jennersdorf kostet allein die Sanierung eines Güterwegs rund 35.000 Euro. Eben so viel muss die Gemeinde Minihof Liebau für die Sanierung eines Straßenstücks aufbringen. „Das sind Kosten, die sich in keinem Budget wiederfinden. Wie die Gemeinden das alles bezahlen sollen, ist unklar. Fix ist aber, es muss etwas geschehen“, sind sich alle betroffenen Bürgermeister einig.