Erstellt am 05. September 2012, 00:00

Essens-Spende für Asylwerber. AKTION / Die burgenländische Plattform „Bleiberecht“ fordert die Schließung der Flüchtlingspension Stelzmayer, in der derzeit 18 Asylwerber untergebracht sind.

Mit Unterstützung der Grünen mit Dagmar Tutschek und Wolfgang Spitzmüller, hat die Plattform „Bleiberecht“ Lebensmittel überbracht.  |  NOEN
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VON SARAH BAUMGARTNER
GÜSSING / Im Rahmen dieser Aktion wurde den Bewohnern Lebensmittel übergeben, da sie nach eigenen Angaben sehr schlecht versorgt sind. „Es ist grauenhaft. Die Menschen sind echt verzweifelt“, sagt Gerlinde Grohotolsky, Sprecherin der Plattform, und meint weiter: „15 der 18 dort untergebrachten Asylwerber aus Afghanistan, Irak und dem Iran wollten am 26. August bei der Polizei in Güssing Anzeige erstatten, weil sie die desolaten, verschimmelten Zimmer, die schlechte, menschenverachtende Behandlung und das unzumutbare Essen nicht mehr aushalten.“ Konkreter Anlass war das Abendessen, das aus zwei Semmeln und einer halben Zwiebel bestanden haben soll.

„Alle wissen es, die Menschen sind chronisch krank, haben Asthma, Magenbeschwerden, psychische Probleme, manche sind in ständiger ärztlicher Behandlung, und keiner tut was“, so ein Anrainer, der die Missstände seit vielen Jahren kennt.

„Das Verhalten des Betreibers ist nicht nur eine grobe Menschenrechtsverletzung, sondern auch eine gesetzeswidrige Vorgangsweise gegen das Grundversorgungsgesetz“, betont Gerlinde Grohotolsky.

Laut den Aktionisten habe der Betreiber bisher die Auflagen der Gewerbebehörde nicht erfüllt, die eine Sanierung der Räumlichkeiten vorgeschrieben hat. Nach den Vorschriften der Grundversorgung für Asylwerber müssten diese dreimal am Tag mit Essen versorgt werden. „Im konkreten Fall bekommen sie aber nur zwei minderwertige Mahlzeiten, kaum Gemüse und Obst, keine Milchprodukte. Pensionsinhaber erhalten pro Tag und Person 17 Euro aus den dafür vorgesehenen Bundes- und Landesmitteln“, erläutert Grohotolsky.

Plattform stellte nun  Lebensmittel zu Verfügung

Bei der Aktion am 28. August wurden frische Lebensmittel geliefert und die Asylwerber mit einem Mittagessen versorgt. „Der Pensionsinhaber hat uns sehr unfreundlich des Platzes verwiesen“, erzählt Grohotolsky. „Wir wollen auf den von der Landesregierung versprochenen Kriterienkatalog nicht warten und fordern die sofortige Schließung der Flüchtlingspension in Güssing“, appelliert die Sprecherin der Plattform. Mittlerweile haben die Anhänger der Plattform mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner vor Ort in Güssing gesprochen, die ihre Hilfe zusagt habe, sobald sie die notwendigen Unterlagen dafür erhalte.

„Sie wird sich mit den Zuständigen im Land in Verbindung setzen, das hat sie uns versprochen“, ist Grohotolsky zuversichtlich. Ein Vorschlag der Aktivisten ist, dass die Asylwerber woanders – beispielsweise in Rechnitz, wo Platz wäre – untergebracht werden.

Peter Stelzmayer war für eine Stellungsnahme zu den Vorwürfen nicht erreichbar.