Erstellt am 03. Juli 2013, 00:00

Falsch ausgesagt. Nach Rauferei /  Zugunsten eines Freundes soll ein 23-jähriger Fußballspieler gelogen haben. Jetzt wurde er verurteilt

PURBACH, NEUBERG /  Ein 23-jähriger Fußballspieler wurde vorige Woche von Richter Dr. Wolfgang Rauter verurteilt, weil er nach einer Schlägerei im Juni 2011 bei der Polizei und vor Gericht falsch ausgesagt haben soll: Er soll einen Freund, einen Fußballspieler, der bereits eine Vorstrafe hatte, geschützt, und einen anderen befreundeten Spieler bezichtigt haben, für die Verletzung eines Neuberg-Fans verantwortlich zu sein.

Die Auseinandersetzung ereignete sich im Juni 2011 nach dem Spiel Purbach gegen Neuberg. Obwohl Purbach damals gewonnen hatte, war klar, dass der Verein absteigen würde. Die Emotionen gingen hoch. Jener ehemalige Purbach-Kicker, der im Zuge der Streitereien einen Fan des SV Neuberg schwer verletzt haben soll, wurde dafür zu einer Geldstrafe von 4.600 Euro verurteilt.

Sein Freund, der wegen falscher Beweisaussage vor Gericht stand, behauptet, die Verurteilung sei zu Unrecht erfolgt. Er blieb dabei, dass jemand anders dem Neuberg-Fan den Faustschlag verpasst habe. „Wir wurden provoziert“, hatte sich der im Dezember verurteilte Fußballspieler in seiner Zeugenaussage an die aufgeheizte Situation erinnert. „Ich fühlte mich in meinem Stolz gekränkt.“ Er gab zu, auf das Opfer hingeschlagen zu haben.

Der Prozess war mehrmals vertagt worden. Ein Zeuge sagte vorige Woche aus: „Als der Schlag fiel, befanden sich die anderen dahinter und schauten in Richtung Tatgeschehen.“ Rauter verurteilte den 23-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 2.000 Euro. Für das Gericht sei erwiesen, dass der verurteilte Spielerkollege derjenige gewesen sei, der den Faustschlag gesetzt hatte. „Seine Freunde sahen das. Danach kam man überein zu sagen, dass es nicht dieser Mann gewesen sei“, so die Urteilsbegründung. Der Angeklagte bat um Bedenkzeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.