Erstellt am 23. Juli 2014, 13:29

von Michael Pekovics

Forschung: Diesel aus Windkraft. Zusammenspiel von Biomasse- und Windkraft-Anlagen soll CO?-neutralen Treibstoff für alle Diesel-Pkw des Burgenlands erzeugen.

Das Projektteam. Mario Pomper, Christian Aichernig, Peter Groß, Michael Haider, Viola Schubaschitz, Richard Zweiler, Reinhard Rauch, Christian Doczekal und Katharina Kreuter (v.l.) vor der Fischer-Tropsch-Versuchsanlage.  |  NOEN, BVZ
Mit dem aktuellen Forschungsprojekt eines Konsortiums unter der Führung des ACR - Instituts Güssing Energy Technologies könnte sich der Kreis der burgenländischen Forschung schließen. Denn geplant ist, gänzlich CO2-neutralen Treibstoff aus Wasserstoff herzustellen – mit Energie aus überschüssiger Windkraft.

Energie-Zusammenspiel Norden mit Süden

Geschäftsführer Richard Zweiler erklärt im Gespräch mit der BVZ, wie das funktionieren soll: „An und für sich ist beides nichts wesentlich Neues, aber wir nutzen die Synergien von Güssing und dem Biomassekraftwerk in Oberwart, wo schon jetzt nahezu stickstofffreies Synthesegas erzeugt wird.“

Neu ist, dass die Forschung für kleine Anlagen entwickelt wird, mit der Spezialisierung auf Biomasse. Damit entsteht ein Zusammenspiel aus der Windkraft des Nordburgenlandes und den Biomasseanlagen im Südburgenland.

Laut Zweiler könnten mit 30 Prozent der Windenergie – pro Jahr werden 800 Millionen kWh produziert – jährlich 25 Millionen Liter Diesel produziert werden – ohne die Umwelt zu belasten. „Damit könnten alle 105.000 Diesel-Pkw des Landes CO2-neutral betrieben werden“, sagt Zweiler.

Erste Anlage könnte 2020 in Betrieb gehen

Die Förderzusage seitens des Ministeriums liegt vor, in zweieinhalb Jahren soll der Business-Plan fertig sein. Bereits 2020 könnte die erste Winddiesel-Anlage errichtet werden. Mit an Bord ist auch die Energie Burgenland.

„Als Vorreiter in der Biomasseforschung sind wir als offizieller Projektpartner am Forschungsprojekt in Güssing beteiligt und stellen Daten und Know-how zur Verfügung, um die Erforschung alternativer Energieträger zu unterstützen“, heißt es dazu vom Unternehmen. „Am Standort des Biomassekraftwerks in Oberwart setzt die Energie Burgenland Tochter in ihrem international renommierten Forschungsprojekt in Kooperation mit TU Wien und Bioenergy 2020+ auf die Gewinnung von Wasserstoff aus Biomasse als Energieträger der Zukunft.“