Erstellt am 04. Mai 2016, 05:04

von Carina Ganster und Michael Pekovics

Frost zerstört Ernten. Kälteeinbruch der Vorwoche zerstörte bis zu 80 Prozent aller Flächen. Bauern sind verzweifelt und hoffen auf Hilfe.

Im Boot mit den Landwirten. Sowohl ÖVP als auch SPÖ fordern nach den Frostschäden mehr Unterstützung für die Landwirte. Landesrätin Verena Dunst will eine österreichweite Landesagrarreferenten-Konferenz einberufen und »alle Möglichkeiten ausschöpfen«, die ÖVP fordert die Bereitstellung von Landesmitteln zur Unterstützung der Dürre- und Frostversicherung.  |  NOEN, zvg

Die Schäden nach dem Frost in der Vorwoche sind enorm. Im Obstparadies Neuhaus am Klausenbach beträgt der Ernteausfall rund 80 Prozent. „Alles was nicht erfroren ist, hat der Schnee zerstört“, erklärt Obmann Hans Josef Lendl, der von einem enormen finanziellen Schaden spricht, der aber noch nicht beziffert werden kann.

Der Regen hat laut Lendl außerdem verhindert, dass die Bienen die nicht zerstörten Kulturen bestäuben können. „Auch unsere Kunden zittern schon wegen der Ernteausfälle“, erklärt Lendl.

„In manchen Lagen bis zu 100 Prozent“ Ausfall

Apfelbauer Gerald Zotter aus Kukmirn ist ebenfalls verzweifelt: „Wie groß die Schäden sind, wird sich noch herausstellen. Ich rechne teilweise mit bis zu 100 Prozent. Besonders schlimm ist, dass dadurch der Baum aus seinem Rhythmus gebracht wurde. Das wieder auszugleichen dauert Jahre.“

Ebenfalls noch unklar sind die konkreten Auswirkungen auf den Weinbau: Laut dem Bezirksreferat der Landwirtschaftskammer muss auf schönes Wetter gewartet werden, um das tatsächliche Ausmaß festzustellen: „In manchen Lagen bis zu 100 Prozent, andere sind wieder glimpflich davon gekommen“, lautet aber auch hier die ernüchternde Prognose.

„30 bis 60 Prozent“, schätzt Christian Zechmeister (Weinbau Burgenland), von „teilweise 80 Prozent“ spricht etwa der Eisenbreg Winzer Christoph Wachter-Wiesler: „Von den älteren Menschen hat sich jedenfalls keiner an einen derartigen Frost zu dieser Zeit erinnern können.“

Problematisch ist, dass nur wenige Obstbauern gegen Schäden dieser Art versichert sind, weil es keine staatlichen Zuschüsse für die teuren Versicherungsprämien gibt. „Gespräche sind in Planung“, heißt es diesbzüglich seitens der Landwirtschaftskammer.