Erstellt am 13. August 2014, 09:21

von Carina Ganster

Fußballklub gegen Gemeinde. Fußballverein und Bürgermeister informieren Gemeindebürger mit offenen Briefen über aktuellen Schuldenstand des Sportvereins – die Inhalte sind aber unterschiedlich.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka
Bürgermeister Andreas Grandits gegen den Sportverein oder Sportverein gegen Bürgermeister? Derzeit ist die Stimmung zwischen den beiden Parteien jedenfalls im Keller.

Gebietskrankenkasse soll besänftigt werden

Schon seit März ringen Gemeinde und Sportverein um eine Lösung, die angespannte finanzielle Situation des Fußballklubs zu entschärfen. Anfangs wollte der Sportverein, dass die Gemeinde Haftungen in der Höhe von 500.000 Euro übernimmt, einen offiziellen Antrag an den Gemeinderat gab es nie.

Nach Rücksprache mit dem Anwalt des Sportvereins wird von den Funktionären nun eine Vorauszahlung von Vereinsförderungen in der Höhe von 36.000 Euro verlangt, um, wie Obmann Gerald Koschitz sagt, „mehr Luft nach oben zu haben und die Gebietskrankenkasse, die dem Sportverein im Nacken sitzt, vorerst zu besänftigen“.

85.590 Euro offene Verbindlichkeiten

Insgesamt betragen die offenen Verbindlichkeiten des Sportvereins 85.590 Euro, davon sind 47.500 Euro offene Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und der Gebietskrankenkasse. Aktuellster Anlass, der die Wogen bei Bürgermeister Andreas Grandits hochgehen ließ, war eine Postwurfsendung des Sportvereins an die Gemeindebürger, in der der Verein die prekäre Lage schildert und die Gemeinde um Hilfe bittet.

Für Grandits ein Erpressungsversuch: „Die Gemeinde bezahlt Vereinsförderungen nicht für die Abdeckung der Altlasten, sondern um junge einheimische Spieler zu fördern und zu unterstützen.“ Aufgrund der Vorkommnisse sei es augenscheinlich, dass die wahre Finanzlage anscheinend durch den ASKÖ verschleiert würde.

Rechtliche Schritte gegen Ortschef im Raum

„Dem Verein sollte es ein Anliegen sein, seinen Mitgliedern und der Ortsbevölkerung als Geber von öffentlichen Subventionen Rechenschaft gemäß dem Vereinsstatut abzulegen, um endlich Klarheit über die tatsächliche Finanzlage zu erhalten“, schreibt Grandits in seinem Rundschreiben, das ebenfalls an alle Gemeindebürger gegangen ist.

Dem Verein stößt das sauer auf. „Wir haben einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der die Finanzen genauestens geprüft hat und dieser prüft jetzt auch das Schreiben vom Ortschef und überlegt rechtlich gegen den Bürgermeister vorzugehen, weil Unwahrheiten erzählt werden“, erklärt Obmann Gerald Koschitz. Grandits sieht die Sache gelassen: „Es ist alles beweisbar, was ich geschrieben haben. Eine Klage lässt mich kalt.“