Erstellt am 30. Dezember 2015, 04:33

von Carina Ganster

Gatterjagd: Jetzt klagt Mensdorff. Mensdorff-Pouilly fordert Unterlassung der Besitzstörung bei seinen Jagden im Südburgenland. Martin Balluch angezeigt.

Die Anti-Gatterjagdkampagne des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) sorgt seit Wochen für zahlreiche Polizeieinsätze bei Großgrundbesitzer Alfons Mensdorff-Pouilly.

Beinahe die gesamte Jagdsaison machten die Tierrechtsaktivisten mit der Kamera Jagd auf die Gatterschützen und erstatteten zahlreiche Anzeigen gegen die Jäger wegen Tierquälerei.

„Aktionen nahmen existenzbedrohende Ausmaße an“

Der Graf geht jetzt gegen Martin Balluch, Obmann des VGT, vor Gericht. Mensdorff-Pouilly wirft Balluch in einer Zivilklage vor, seinem Jagdbetrieb in Luising unwiederbringlich zu schaden. Die Verhandlung findet am 26. Jänner am Bezirksgericht Güssing statt.

In der von Balluch veröffentlichten Anklageschrift heißt es: „Der Kläger und seine Familie fühlen sich durch die Aktionen, insbesondere die verfahrensgegenständlichen Besitzstörungshandlungen des Beklagten und seiner Leute, bedroht und in der körperlichen Sicherheit beeinträchtigt. Die Aktionen des Vereins gegen Tierfabriken gegen seinen Jagdbetrieb haben existenzbedrohende Ausmaße angenommen.“

Der VGT versuchte zuletzt immer wieder, die Gatterjagd in Luising zu stören. Damit soll öffentlicher Druck für ein Verbot der Jagd auf gezüchtete Fasane, Rebhühner und Enten aufgebaut werden. Mensdorff-Pouilly will die Aktionen nicht dulden und klagt auf Unterlassung einer Besitzstörung. Das bestätigte sein Büro in der vergangenen Woche.

„Dieses Vorgehen betrachte ich als Einschüchterungsklage ohne Substanz. Mensdorff-Pouilly hat keine Beweise vorgelegt. Der VGT hat immer von der öffentlichen Straße aus gefilmt und dokumentiert“, heißt es von Martin Balluch. Er kündigte an, weiterhin Missstände bei der Jagd auf Zuchttiere an die Öffentlichkeit zu bringen. Mensdorff-Pouilly wurde zuletzt selbst wegen Beihilfe zur Untreue im Telekom-Fall nicht rechtskräftig zu drei Jahren Haft verurteilt.

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