Erstellt am 12. Februar 2014, 09:00

von Michael Pekovics

Gegenwind für Planer. Mobilität | Nach Präsentation der Umfrageergebnisse gibt es geteilte Meinungen zum Projekt – von „wichtig“ bis hin zu „Hinhaltetaktik“.

Landesverkehrskoordinator Peter Zinggl: »Das Format wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen.«  |  NOEN
Von Michael Pekovics

Vor knapp zwei Wochen wurden die Ergebnisse der groß angelegten Umfrage zur Verkehrssituation im Burgenland veröffentlicht (die BVZ berichtete). Der einhellige Tenor: Das Südburgenland braucht mehr öffentlichen Verkehr.“

Unterschiedliche Auffassungen in Stegersbach und Güssing

Die BVZ hat einige der damals Anwesenden zur Veranstaltung befragt – und das Resümee fällt durchaus unterschiedlich aus. So meint etwa Stegersbachs Bürgermeister und Südburg-Direktor Heinz-Peter Krammer (SPÖ): „Grundsätzlich finde ich es gut, dass in so einem Rahmen über öffentlichen Verkehr gesprochen wird. Etwas irritiert war ich von den Bahn-Plänen. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob die dafür notwendigen Mittel auch vorhanden sind.“

Für Güssings SPÖ-Stadtrat Alfred Brenner ist hingegen „wichtig, dass in größeren Zeiträumen gedacht wird: Die S7 brauchen wir so schnell als möglich. Aber eine Eisenbahn für Güssing, das wird in den nächsten 20, 30 Jahren Utopie bleiben.“

„Verzögerungstaktik des Landes vor den Wahlen“ 

Ähnliches befürchtet auch Herbert Glotz von den Bahnfreunden Oberwart-Oberschützen (Frowos): „Wir befürchten, dass die Aktion nur eine Verzögerungstaktik des Landes vor den Wahlen 2015 ist und nichts dabei heraus kommen wird. Ich würde mich aber freuen, wenn ich mich täusche.“

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Landesverkehrskoordinator Peter Zinggl hat aber angekündigt: „Am Ende des Projekts steht die konkrete Maßnahmenebene. Durch die Umfrage wissen wir jetzt besser, wo der Schuh genau drückt und was wir dagegen machen können.“

Inzendorfer Schabhüttl für „individuelle Lösungen“

UDB-Geschäftsführer Helmut Löffler war auch in Güssing dabei – und „überrascht“ von der Anzahl der Graz-Pendler: „Das war für mich neu. Wenn wir uns nicht jetzt mit dem Thema Verkehr beschäftigen, dann fährt der Zug endgültig ab.“

Für Olbendorfs Bürgermeister Wolfgang Sodl (SPÖ) ist wichtig, dass „auf die Probleme im Norden und Süden unterschiedlich reagiert wird“. So wie Sodl, ist auch Landtagsabgeordneter Mario Trinkl davon überzeugt, dass „die Einbindung der Bevölkerung richtig ist: Das Thema bewegt, das zeigt auch die große Anzahl an neuen Ideen – wenn auch einige utopische dabei waren“.

Inzenhofs Ortschef Jürgen Schabhüttl ist für „individuelle Lösungen“: „Dass wir Nachholbedarf haben, ist klar. Alle wird man aber nie zufriedenstellen können.“