Erstellt am 30. März 2016, 05:14

von Elisabeth Kirchmeir

Geldstrafe für Grapscher-Wirt. Eine Kellnerin zeigte ihren Chef an, weil er sie im Keller des Restaurants im Bezirk Güssing unsittlich berührt und begrapscht haben soll.

 |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Erst drei Tage lang hatte eine junge Frau als Kellnerin in einem Gastronomiebetrieb im Bezirk Güssing gearbeitet, als sich der - im übrigen verheiratete! - Chef an ihr vergriff.

Von Anfang an habe sich der Wirt ihr gegenüber seltsam verhalten, berichtete die ehemalige Kellnerin. Er habe ihr Komplimente gemacht, ihr eine Rose geschenkt und in SMS gestanden, dass er sich zu ihr hingezogen fühle.

Am 18. Mai des vergangenen Jahres hatte der Wirt die junge Frau unter dem Vorwand, er wolle ihr das Getränkelager zeigen, in einen Kellerraum gelockt. Blitzschnell soll der Wirt seine Mitarbeiterin dort an die Wand gedrückt und sie heftig begrapscht haben.

Kellnerin konnte sich befreien und flüchten

„Ich stand unter Schock und war nur damit beschäftigt, mich irgendwie zu befreien und den Keller so schnell es ging zu verlassen“, gab die Kellnerin in der Videoeinvernahme an. Es sei ihr dann nach einiger Zeit, die ihr quälend lange erschienen sei, die Flucht gelungen.

„Er nahm danach meine Hand und entschuldigte sich“, gab die ehemalige Mitarbeiterin des Angeklagten bei der Befragung an. „Ich habe echt Angst vor dir“, ließ die junge Frau ihren Chef am Tag nach dem Vorfall per SMS wissen. Sie werde nicht mehr zur Arbeit kommen, wolle nur den Lohn abholen. „Ich habe sie nur umarmt“, bestritt der Wirt, die Kellnerin sexuell belästigt zu haben.

„Das war so schlimm! Und er stellt mich als Lügnerin hin!“, zeigte sich die Kellnerin empört über die Aussage ihres ehemaligen Chefs.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Rauter schenkte den Schilderungen der jungen Frau Glauben und verurteilte den Wirt aus dem Bezirk Güssing zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1.600 Euro Geldstrafe. Er nahm das Urteil an.