Erstellt am 25. Mai 2011, 00:00

Gemeinde will mehr Fernwärme. MEHRHEIT / Die Stadt besitzt 37 Prozent der Fernwärme, bald sollen daraus mehr als 50 Prozent werden. Der Beschluss wurde verschoben, Koch will 46 Prozent verkaufen.

VON SARAH WAGNER
GÜSSING / Bei der Fernwärme Güssing soll es schon bald zu Veränderungen kommen. Wenn es nach Bürgermeister Peter Vadasz (ÖVP) geht, soll die Stadtgemeinde ihre Anteile erhöhen. „Wir sind der Auffassung, dass die Mehrheit in unserem Besitz sein soll, damit auch die Preisgestaltung in unseren Händen ist.“ Die Stadtgemeinde hält derzeit 37 Prozent an der Fernwärme. Für Vadasz gibt es zwei Möglichkeiten: „Die Frage ist, ob wir die 46 zum Verkauf stehenden Prozente direkt kaufen oder nur 14 Prozent erwerben und die restlichen 32 Prozent mittels stiller Gesellschafter sichern.“ Fix ist aber, dass „wir auf jeden Fall die Mehrheit erwerben wollen.“

Mit den 14 Prozent wäre auch die SPÖ einverstanden. Die restlichen 32 Prozent sollen, wenn es nach der SPÖ geht, von einem Privaten gekauft werden, um „dem Endverbraucher entsprechende Sicherheit zu geben“.

Stiller Gesellschafter könnte  Risiko mit sich bringen

„Ein stiller Gesellschafter will etwas erwirtschaften, was dem Endabnehmer eventuelle Nachteile bringen könnte“, heißt es seitens der SPÖ. Derzeit hält Reinhard Koch 51 Prozent der Anlage, für ihn ist klar, dass „die Fernwärme in kommunale Hände gehört. Schon bisher wurden alle Entscheidungen gemeinsam getroffen.“ Fünf Prozent will er aber gerne weiter halten. In der Gemeinderatssitzung wurde der Beschluss vorerst vertagt. Für Vizebürgermeister Gilbert Lang (ÖVP) stellt sich die Frage, wie viele Anteile die Stadtgemeinde erwerben soll, um diese „Infrastruktureinrichtung Fernwärme- Güssing“ auch federführend zu betreiben: „Meiner Meinung nach sollten die beiden Geschäftsführer Reinhard Koch und Harald Roschitz dem Gemeinderat die Sachlage genau darlegen, bevor ein Beschluss gefasst werden kann.“

Der Ankauf der 46 Prozent würden der Gemeinde 276.000 Euro kosten, für die 14 Prozent wären nur 84.000 Euro zu bezahlen. Wenn ein stiller Gesellschafter ins Spiel kommen würde, will die Gemeinde mit diesem eine Vereinbarung treffen, sodass sie nach fünf Jahren die restlichen 32 Prozent zu bestimmten Konditionen und Zinsvereinbarungen kaufen kann. „Die Stadt hat durch einen stillen Gesellschafter die Möglichkeit, dessen Anteile zu kaufen und die Garantie, dass die Anteile sonst keiner erwerben kann“, betont der Stadtchef die Vorteile. Vadasz hofft auf eine Kaufabwicklung noch vor dem Sommer.