Erstellt am 21. November 2013, 13:38

Gemeinde wusste nichts von Vergangenheit. Der Bürgermeister der kleinen Gemeinde im Bezirk Güssing zeigte sich am Donnerstag schwer erschüttert über die Vorfälle rund um die Zwölfjährige, die ein Kind von ihrem Stiefvater bekommen hatte.

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"Wenn ich etwas geahnt hätte, hätte ich was unternommen", erklärte am Donnerstag der erschütterte Bürgermeister jener kleinen Gemeinde, in der seit Tagen der Fall des schweren Kindesmissbrauchs einer Zwölfjährigen die Bürger in Atem hält.

Weder die Polizei noch die Gemeinde wusste über die Vergangenheit des Stiefvaters, der das Mädchen geschwängert haben soll, Bescheid.

Natürlich wäre man viel aufmerksamer gewesen, wenn man etwas geahnt hätte, meinte der geschockte Ortschef im Gespräch mit der APA. "Aber man kann ja nicht in die Häuser hineinschauen."

   Die Frage, ob die Familie denn im Ortsgeschehen, im Gemeindeleben integriert gewesen war, sorgt bei dem Mann für noch mehr Aufregung. Es gehe nämlich nicht darum, wie sehr jemand integriert sei, sondern um die gesetzlichen Möglichkeiten, einzugreifen, "wenn eh schon so etwas Ähnliches bekannt ist".

   Gemeint ist damit, dass die Jugendwohlfahrt die Mutter des Mädchens informiert hat, dass es in früheren Beziehungen des Mannes bereits zu ähnlichen Verdachtsmomenten in Bezug auf sexuelle Übergriffe gekommen sei. Dass man in Anbetracht dessen "so einen" überhaupt zur Familie lässt, könne er einfach nicht verstehen, meinte der Bürgermeister.

   Er will nun, "damit andere Mädchen und Buben vor so etwas bewahrt werden", einen runden Tisch veranstalten. An diesem sollen Vertreter der zuständigen Behörden und Ämter Platz nehmen. "Es müssen Möglichkeiten für mehr Handhabe geschaffen werden. Die Politik muss sich einfach am Riemen nehmen und endlich etwas tun", forderte er. "Es ist einfach ein Wahnsinn für das Mädchen. Das ist ein Horror. Es muss endlich was passieren. Es tut mir wirklich im Herzen weh."

   Vor mehr als einer Woche hat das zwölfjährige Mädchen zu Hause das Kind zur Welt gebracht. Wann genau, wisse man nicht. Fakt sei jedoch, dass offenbar wenige Tage nach der Geburt der nun verdächtige Stiefvater und ihre Mutter in der Gemeinde geheiratet haben. Die wegen des Vorwurfs des Quälen oder Vernachlässigen unmündiger Personen angezeigte Frau befindet sich nach wie vor auf freiem Fuß, hieß es am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft.

   Die beiden unter zehnjährigen Geschwister des Mädchens dürften von sexuellen Übergriffen verschont geblieben sein. Derzeit sei im Hinblick auf die beiden nichts bekannt.

 (Schluss) ska/km