Erstellt am 22. Februar 2012, 00:00

Große Aufregung wegen Konzept. STADTENTWICKLUNG / Das Entwicklungskonzept sorgt weiter für Diskussionen. Die geplanten Vorhaben sind für Sprecher Christian Holler „nicht annehmbar“.

VON SARAH BAUMGARTNER

GÜSSING / Schon länger plant die Gemeinde die Umsetzung eines Entwicklungskonzepts, das den Ortsteil Ludwigshof massiv betreffen würde. Beschlossen werden soll es im Zuge der 15. Änderung des Flächenwidmungsplans. Schon seit Jahren versuchen Bürger aus Ludwigshof das zu verhindern. Bereits im Herbst 2010 wurde die Beschlussfassung vertagt und Bürgermeister Peter Vadasz versprach, die Angelegenheit gemeinsam mit der Ludwigshofer Bevölkerung zu besprechen. Diese Besprechung hat bislang aber noch nicht stattgefunden.

Vor allem die geplante Ausweitung des Industriegebiets von Güssing in Richtung des Ludwigshofer Wohngebiets sorgt für Wirbel. „Nicht annehmbar“, meint die Bevölkerung des Ortsteils. „Mit der geplanten Ausweitung um zirka 6,5 Hektar nach Nordosten rückt das Industriegebiet zirka 250 Meter näher an unser Wohngebiet heran“, so Christian Holler, Sprecher der Ludwigshofer. Die Gemeinde hatte vorgeschlagen, einen eigenen Schutzwall für Ludwigshof zu errichten, aber: „Dieser Vorschlag ist unsinnig, da die Grundstücke, auf denen der Wall errichtet werden soll, in einer Tiefenlinie liegen. An dieser Geländehochkante ragt die Industriebebauung bereits jetzt acht Meter über das Gelände. Ein Schutz wie im Konzept vorgeschlagen müsste eine Höhe von zirka zwölf Metern aufweisen, scheint aber aus Kostengründen und auch aus Gründen des Landschaftsschutzes nicht realisierbar“, kontert Holler, für den auch die im Konzept festgelegte „Siedlungsgrenze unakzeptabel“ ist: „Dann wäre künftig keine Umwidmungen mehr in Wohngebiet möglich.“

Stadtchef Peter Vadasz verweist im Gespräch mit der BVZ aber wiederholt auf den Damm, der die Ludwigshofer schützen soll: „Der Erdwall müsste ausreichen“, sagt Vadasz. Und wieder verspricht er eine Besprechung mit den Betroffenen: „Wir werden noch einmal mit den Ludwigshofern reden und dann eine Entscheidung treffen.“ Abschließend betont Vadasz: „Ich will mir den Platz nicht verbauen oder verschließen, weil es weitere Betriebsansiedlungen geben wird und geben soll.“ Empörung gab es auch deswegen, weil den Anrainern am Stadtamt das Kopieren der Unterlagen verweigert wurde. „Ich war genötigt alles handschriftlich abzuschreiben – was ja bei Plänen durchaus schwierig ist – und habe so mehrere Stunden am Amt verbracht. Eine klare Beschneidung von Bürgerrechten“, so Holler.