Erstellt am 30. März 2011, 00:00

Grüner Zweifel an Mega-Projekt. MONSTERPROJEKT / ÖVP und SPÖ haben den Grundsatzbeschluss für das geplante Golfressort gefasst. Die Grünen befürchten, dass Politik „über den Tisch“ gezogen wird.

Die Grünen mit Gerhard Schumacher, Dagmar Tutschek und Michel Reimon zweifeln am „Öko-Golfressort“.S. WAGNER  |  NOEN
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VON SARAH WAGNER
GÜSSING / Vergangene Woche wurde im Güssinger Gemeinderat der Grundsatzbeschluss (siehe Infobox) für das Großprojekt Aktivparkausbau von beiden Fraktionen (SPÖ und ÖVP) gefasst. Die Grünen äußern dazu große Bedenken und sprechen im Zusammenhang mit der Errichtung des „Öko-Golfressorts“ von „Umwidmungsgewinnen in Millionenhöhe“. Die gekauften Grünflächen würden durch eine Umwidmung in Bauland einen sehr viel höheren Wert bekommen. Gerhard Schumacher, Unternehmensberater aus St. Michael, erläutert sein Misstrauen: „Die Projektträger könnten allein durch die Umwidmung einen nicht unbeträchtlichen Gewinn erzielen, egal ob das Projekt in weiterer Folge tatsächlich realisiert wird oder nicht.“

Alexander Fuchs-Robetin, von der WSF-Group, die den Aktivpark betreibt, kontert: „Die Grundstückseigentümer haben einen ansprechenden Preis bezahlt bekommen. Das Risiko tragen wir.“

Weiters kritisieren die Grünen mit Bezirkssprecherin Dagmar Tutschek, dass das eingereichte Projekt zur Umweltverträglichkeitsprüfung nicht mit dem konform geht, wie es derzeit geplant ist: „Das 5-Sterne-Hotel mit Konferenzzentrum sowie die Option auf bis zu 250 Hotelvillen waren im damaligen Projekt nicht enthalten.“ Fuchs-Robertin bestreitet das auch nicht: „Das Hotel, Konferenzzentrum sowie die Villen waren damals nicht enthalten. Aber wir haben große Vorschreibungen bekommen und viele Transplantationsmaßnahmen durchgeführt. Unseres Wissens nach bedarf es aber keiner neuen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).“ Tutschek fordert: „Die aktuellen Projektdaten müssen mit dem in der UVP genehmigten Projekt 1:1 übereinstimmen. Eine unkorrekte Vorgehensweise darf keinesfalls toleriert werden.“

Außerdem bezweifeln die Grünen, dass es sich tatsächlich um einen „Öko-Golfplatz“ handelt. Fuchs-Robertin erläutert: „Wir werden CO2-neutral arbeiten, mit eigener Biogasanlage und die entwickelte Technik von Güssing nutzen. Wir haben aber nie gesagt, dass wir am Golfplatz keine Düngemittel verwenden werden. Wir möchten mit so wenig wie möglich auskommen, denn dass man einen Golfplatz ohne Dünger betreiben kann, bezweifle ich.“

Ein weiterer Kritikpunkt der Grünen ist die fehlende Information der Bevölkerung. „Die Bürgerbeteiligung muss gewährleistet sein. Die bisherige Praxis der Gemeinde geht von Entscheidungen ohne Einbeziehung der Anrainer aus“, so Grünen-Landessprecher Michael Reimon. Stadtchef Güssing Peter Vadasz sieht noch keinen Bedarf an Bürgerinformation: „Das Projekt ist überhaupt noch nicht spruchreif, bevor das Gutachten für den Hochwasserschutz nicht da ist. Dieses wird voraussichtlich im Juli erwartet.“